Klimakrise Dem Great Barrier Reef geht es so schlecht wie noch nie

Ein Bericht für die australische Regierung bescheinigt dem Great Barrier Reef einen sehr schlechten Zustand. Der einzigartige Unterwasserlebensraum könnte seinen Status als Unesco-Welterbe verlieren.

Das Foto vom Oktober 2016 zeigt abgestorbene Korallen am Great Barrier Reef
Kyodo News Stills/ Getty Images

Das Foto vom Oktober 2016 zeigt abgestorbene Korallen am Great Barrier Reef


In einem neuen Bericht hat Australien den Bedrohungsstatus des Great Barrier Reefs von "schlecht" erstmals auf "sehr schlecht" herabgestuft. Das ist die unterste Stufe auf der internen Bewertungsskala der Regierung, hieß es.

Das einzigartige Riff ist schon seit Jahren bedroht. Zuletzt hatten Experten herausgefunden, dass allein 2016 knapp ein Drittel aller Korallen vor der Nordostküste des australischen Bundesstaates Queensland gestorben waren. Insgesamt misst das Riff eine Länge von 2300 Kilometern und umfasst eine Fläche so groß wie ganz Deutschland.

Die Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) fürchtet, dass das Korallenriff nun seinen Status als Unesco-Welterbe verlieren könnte. "Der Bericht macht auf die Tatsache aufmerksam, dass die Aussichten für das Great Barrier Reef langfristig sehr schlecht sind - das ist hauptsächlich auf den Klimawandel zurückzuführen", sagte David Wachenfeld, Chief Scientists von GBRMPA. Auch Überfischung führt zur Zerstörung des einzigartigen Unterwasserlebensraums.

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Landsat 8 - OLI/NASA/dpa

Laut dem Bericht, der alle fünf Jahre erscheint, könnte die Korallenbleiche weiter zunehmen. Zudem droht schlechtere Wasserqualität, die auch durch stärkere Beweidung von Küstenland verursacht wird.

Das Great Barrier Reef beherbergt etwa 400 Korallenarten, 1500 Fischarten und Tausende Weichtierarten. Nur wenige Teile des Riffs befinden sich noch einem in gutem Zustand. Viele Arten wie Delfine, Haie, Rochen und Schildkröten sind bedroht.

Das Unesco-Welterbekomitee forderte im vergangenen Jahr globale Maßnahmen zum Klimaschutz, um die fünf größten Korallenriffen zu erhalten. Für Australien ist das Riff auch wirtschaftlich von großer Bedeutung, es zieht zahlreiche Touristen an. Nach Schätzungen sind mehr als 60.000 Arbeitsplätze vom Great Barrier Reef abhängig.

Australien investiert Millionen für die Rettung des Lebensraums. Im vergangenen Jahr wurden vom Umweltministerium rund 500 Millionen australische Dollar - umgerechnet 312 Millionen Euro - für die Regenerierung und den Schutz des Ökosystems bereitgestellt. Das Geld soll unter anderem für die Wiederherstellung der geschädigten Korallenriffe und die Verbesserung der Wasserqualität eingesetzt werden.

joe/Reuters



insgesamt 28 Beiträge
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interessierter10 30.08.2019
1. Da kann man nichts machen.
Zuerst kommt die Rendite. Wenn man dann so viel Geld aufgehäuft hat, dass man nicht mehr weiß wohin, dann könnte man vielleicht auch daran denken. Das muss doch endlich mal klar sein. Immer dieser Umweltschutz...
rolf.scheid.bonn 30.08.2019
2. Wieso ist...
... das Great Barriere Reef an der Ostküste Australiens völlig zerschunden und das Nigaloo Reef an der Westküste dagegen in tadellosem Zustand und ein Traum, obwohl es auf fastdenselben Breitengraden liegt und von der Erwärmung ähnlich getroffen ist? Ganz einfach, das Great Barriere Reef wird von Menschenmassen heimgesucht und die Küste ist vergleichsweise dicht besiedelt, während an der Westküste so gut wie niemand wohnt und die Belastung durch Besucher verschwindend gering ist. Dass die Riffe leiden, liegt an den Menschenmassen, die sie heimsuchen und das Ökosystem auf vielfache Weise belasten, etwa mit Abwässern und Abfällen, auch wenn diese in Australien vergleichsweise gering sind. Und damit sind wir beim Hauptproblem der Erde, nämlich der Überbevölkerung. Es gibt schlicht zu viele Individuen der Spezies Mensch.
beemef 30.08.2019
3. Jeden Tag
eine neue Panik Meldung. Erhöht zwar kurz die Aufmerksamkeit dann aber stumpft es ab.
PeterVietz 30.08.2019
4. Schon interessant...
Millionen Touristen fliegen jedes Jahr sehr lange Strecken mit dem Flugzeug, um Australien und das Great Barrier Reef anzuschauen. Zumindest am Great Barrier Reef sehen die Besucher dann auch gleich, was u.a. Fliegen verursacht. Daraus lernt man/frau natürlich nichts ("...der Flieger wäre auch ohne mich geflogen...").
teijin 30.08.2019
5. Bei allen Problemen, die wir der Umwelt bereiten
darf man trotzdem optimistisch sein, dass das Great Barrier Riff noch in tausend, hunderttausend oder zehn Millionen Jahren existiert . Zu der Zeit wird sich niemand mehr an einen joe/Reuters oder uns erinnern.
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