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24. März 2015, 11:22 Uhr

Australien

Gigantischer Meteoritenkrater entdeckt

Es wäre die größte Einschlagszone, die jemals auf der Erde entdeckt wurde: Forscher haben in Australien die Spuren eines Meteoriten nachgewiesen, der gleich zwei 200-Kilometer-Krater in den Erdboden gerissen hat.

Es muss eines der dramatischsten Ereignisse in der jüngeren Geschichte der Erde gewesen sein. Ein Asteroid raste auf die Erde zu und teilte sich in zwei rund zehn Kilometer große Brocken. Als sie aufschlugen, rissen sie zwei gigantische Löcher in den Boden, jedes mit einem Durchmesser von rund 190 Kilometern. Die Erdkruste zerbröselte es noch bis in eine Tiefe von 20 Kilometern.

Die Spuren des Aufpralls, der sich vor 300 bis 600 Millionen Jahren ereignet haben soll, haben Forscher jetzt im Warburton-Becken in Australien entdeckt. Es könnte das größte Meteoriten-Einschlagsgebiet sein, das jemals auf der Erde nachgewiesen wurde, schreiben die Geophysiker um Andrew Glikson von der Australian National University (ANU) in der Fachzeitschrift "Tectonophysics".

Die Gesamtfläche der beiden knapp 200 Kilometer großen Krater wäre demnach größer als die des Chicxulub-Kraters in Mittelamerika, der mit dem Aussterben der Dinosaurier in Verbindung gebracht wird. "Es muss das Ende für viele Lebensformen auf der Erde bedeutet haben", sagt Glikson.

Extreme Temperaturen, extremer Druck

Die australischen Krater seien auf der Erdoberfläche längst nicht mehr zu sehen, erklären die Forscher. 2013 waren Spuren eines der beiden Löcher bei Arbeiten für geothermische Bohrungen in Queensland entdeckt worden. Die Bodenproben hätten Spuren von verglasten Gesteinen zutage gefördert - ein Hinweis auf extreme Temperaturen und Drücke, die bei einem Meteoriteneinschlag entstehen.

Glikson wusste von einem zweiten Krater, westlicher gelegen, der noch nicht weiter untersucht worden war. Eine Analyse der seismischen und magnetischen Signaturen des Bodens dort zeigte dann, dass beide Krater von demselben Meteoriten verursacht wurden.

Das gesamte Einschlagsgebiet ist deutlich größer als der Chicxulub-Krater auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Dieser entstand vor etwa 65 Millionen Jahren, sein Durchmesser beträgt rund 180 Kilometer.

Der Einschlag in Mittelamerika gilt als einer der Auslöser für das Aussterben der Dinosaurier. Ob der Meteorit in Australien ebenfalls zu einem Massensterben geführt hat, muss nun weiter untersucht werden. Gleiches gilt für die Datierung, die noch exakter werden soll: Bislang geben die Forscher um Glikson an, dass die Felsen in der Umgebung des Kraters zwischen 300 und 600 Millionen Jahre alt sind.

nik

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