Drei Tonnen schweres Beuteltier Kompletter Kiefer von Riesenwombat in Australien gefunden

Er war ein Riese, drei Tonnen schwer, das größte je lebende Beuteltier. Forscher haben jetzt besonders gut erhaltene Überreste des australischen Riesenwombats gefunden. Woran er starb? Es gibt einen Verdächtigen.

Rekonstruktion eines "Riesenwombats" im Australian Museum in Sydney (Archivfoto)
Greg Wood/AFP

Rekonstruktion eines "Riesenwombats" im Australian Museum in Sydney (Archivfoto)


Ausgrabungen in Australien haben den gewaltigen Kiefer eines Diprotodons, eines ausgestorbenen Riesen-Beuteltiers, freigelegt. Örtliche Behörden fanden den rund 50 Zentimeter langen versteinerten Knochen des auch Riesenwombat genannten Tiers kürzlich in der südöstlichen Region Monaro, wie der Paläontologe Matthew McCurry vom Australischen Museum in Sydney mitteilte. Das Gebiet im Bundesstaat New South Wales gilt als fossilienreich.

Der Diprotodon ist Teil der australischen Megafauna, einer Gruppe sehr großer und schwerer Tiere, die vor Tausenden Jahren auf dem Kontinent lebten. Dazu gehören auch Riesenkängurus und Beutellöwen. McCurry zufolge ist der Kiefer nicht der bedeutendste fossile Diprotodon-Fund. Doch dass er so vollständig ist, sei selten, betonte der Wissenschaftler. Das Fundstück stammt demnach von einem Jungtier der pflanzenfressenden Riesen.

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Der Diprotodon war mit etwa vier Metern Größe und drei Tonnen Gewicht laut Museum das größte Beuteltier, das je existierte. Auf Abbildungen ähnelt er mit seinem dunklen Fell und rundlichem Profil einem Bären. Die spitzen Ohren und die flache Nase erinnern an die heutigen australischen Wombats. Abgesehen vom Äußeren hätten Diprotodons aber wenig mit den entfernt verwandten possierlichen Beutelsäugern gemeinsam, sagte McCurry.

Schätzungen zufolge starben die Vierbeiner irgendwann im Zeitraum von vor 49.000 bis 7000 Jahren aus. Sie bewohnten Australien also zeitgleich mit den ersten Menschen, die vor 65.000 Jahren ankamen. Unklar ist, woran der Riesenwombat zugrunde ging - an Umweltveränderungen oder wegen des Menschen, der ihn mit seiner Jagd ausrottete.

Letzteres scheint nicht unplausibel, wie das Beispiel des Elefantenvogels zeigt. Der wohl größte Vogel, den es in der Erdgeschichte gegeben hat, lebte auf Madagaskar. Er war knapp drei Meter groß und bis zu 400 Kilogramm schwer - letzte Exemplare wurden angeblich noch im 17. Jahrhundert gesichtet. Die ersten Siedler der Insel hatten es nicht nur auf den Vogel selbst abgesehen, sondern auch auf seinen Nachwuchs.

oka/dpa



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