Studie Rodungen verschärften Buschbrände in Australien

Ein halbes Jahr lang wüteten außergewöhnlich heftige Buschbrände in Australien. Die letzten Feuer erloschen erst im März. Nun haben Forscher untersucht, welche Faktoren die Feuerkatastrophe begünstigten.
Durch die Brände kamen mindestens 34 Menschen ums Leben

Durch die Brände kamen mindestens 34 Menschen ums Leben

Foto: Dan Himbrechts/ DPA

Zügelloses Roden in heimischen Wäldern hat beträchtlich zu den verheerenden Buschbränden in Australien beigetragen, berichten Forscher im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution" . Das Fällen von Bäumen im großen Stil habe Australiens Wälder anfälliger für Brände gemacht und die Entflammbarkeit sowie Heftigkeit der Feuer erhöht.

Die Buschbrände hatten von August bis März gewütet und mehr als zwölf Millionen Hektar Land zerstört. Biologen schätzen, dass eine Milliarde Tiere ums Leben kamen. Bis zu einem Drittel aller Koalas sollen getötet worden sein. Viele Ökosysteme brauchen wahrscheinlich Jahrzehnte, um sich davon zu erholen.

"Unglaublich gefährliche Menge an Brennmaterial"

Rodungen verstärken den Forschern zufolge das Austrocknen von feuchten Wäldern. Das Fällen von Bäumen hinterlässt zudem pro Hektar bis zu 450 Tonnen brennbares Verschnittmaterial wie Äste, das nicht für die industrielle Nutzung geeignet ist und in Bodennähe liegenbleibt. "Das ist eine unglaublich gefährliche Menge an Brennmaterial in saisonal trockenen Landschaften", sagte einer der Autoren der Studie, James Watson von der University of Queensland.

Laut Schätzungen sind seit dem 18. Jahrhundert etwa 30 Prozent der natürlichen Regenwälder und offenen Eukalyptuswälder durch Rodungen verloren gegangen. Damals kamen die ersten Siedler aus Europa nach Australien.

Der Großteil des Waldverlusts entfällt auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Allein zwischen 1996 und 2018 wurden 161 Millionen Kubikmeter ursprünglich natürlichen Waldes durch die Forstwirtschaft abgeholzt.  Die Forscher fordern, dass zur Holzproduktion ausschließlich Baumplantagen benutzt werden sollten, und keine natürlichen Wälder.

koe/dpa
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