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17. Oktober 2007, 14:47 Uhr

Bayern

Kalb mit sechs Beinen geboren

Nicht vier, nicht fünf: Sechs Beine hat Kalb "Lissy", das in Bayern zur Welt gekommen ist. Ein Glücksfall, denn die meisten Tiere mit solchen Missbildungen sterben. Doch der Sechsfüßler ist wohlauf - und kann auch schon stehen.

"Lissy" ist eigentlich ein Vierfüßler, aber eine Laune der Natur hat das Kalb mit einem Paar Beinen zuviel ausgestattet. Auf einem Bauernhof im niederbayerischen Hebertsfelden ist das Kalb mit den sechs Beinen zur Welt gekommen. "Es kann stehen, es trinkt, es geht ihm gut - nur dass es hinten noch zwei Füße mehr hat", sagte Bäuerin Maria Suttner. Die zusätzlichen Hinterbeine sind mit den Genitalien verwachsen und baumeln zwischen den echten Hinterbeinen herab. Bei den ersten Aufstehversuchen sei das Tier umgefallen, "weil es hinten zu schwer war", sagte Suttner. Inzwischen stehe es sicher und sei wohlauf.

Kalb "Lissy": Zusätzliches Beinpaar am Hinterteil
DPA

Kalb "Lissy": Zusätzliches Beinpaar am Hinterteil

Nach Angaben der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität sind solche Missbildungen extrem selten. Vermutlich stammten die zwei verkrüppelten Beine von einem Zwillings-Embryo, sagte der Dekan der Tierärztlichen Fakultät, Joachim Braun. "Es spricht dafür, dass da mal ein zweites Kalb angehängt war." Von diesem Tier hätten sich aber nur die Beine weiterentwickelt und seien mit dem anderen Embryo verwachsen.

Operation ist riskant

Das Kälbchen ist eine Woche alt und nach Angaben der Landwirte völlig gesund. "Die Geburt ist völlig unkompliziert verlaufen", sagte Suttner. Eine Kuh habe das bereits überfällige Kalb "Lissy" ohne Hilfe um 3 Uhr früh ganz normal zur Welt gebracht, sagte Suttner

Laut Braun handelt es sich bei sechsbeinigen Rindern um Zufallsgeburten. Eine Schätzung über die Häufigkeit solcher Missbildungen sei nicht möglich. Eine Operation sei riskant: Auf Anraten des Tierarztes solle zumindest über den Winter nichts gemacht werden, sagte Suttner. Auch wenn das Tier nicht kalben und keine Milch geben könne, wolle sie es behalten: "Zum Anschauen, als Streicheltier". Ans Schlachten wolle sie jetzt jedenfalls nicht denken, sagte die Bäuerin.

Der Pfarrkirchener Amtstierarzt Philipp Plendl sagte, die meisten missgebildeten Kälber kämen tot zur Welt oder verendeten kurze Zeit später. Daher sei dieses Kalb "schon ein Kuriosum". Katrin Grimmer vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit sagte, ein sechsbeiniges Kalb gebe es vielleicht alle zehn Jahre einmal.

In der Vergangenheit hatte es gelegentlich Meldungen über sechsbeinige Kälber gegeben. Erst im Mai war von einer jungen Kuh aus den USA berichtet worden, die sechs Beine und zudem auch noch männliche und weibliche Geschlechtsteile hatte.

lub/dpa/AP

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