Gefährliche Tierseuche Belgien sperrt Wälder wegen Schweinepest

In Belgien werden immer mehr Fälle von Schweinepest bekannt. Behörden haben die betroffenen Wälder nun gesperrt - auch aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung nach Deutschland.

Warnhinweis zur Schweinepest an der A20 bei Wismar (Archiv)
DPA

Warnhinweis zur Schweinepest an der A20 bei Wismar (Archiv)


Nach weiteren Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Belgien verstärken die Behörden den Kampf gegen die Krankheit. Inzwischen sei das Virus bei fünf Wildschweinen nachgewiesen, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Montag.

"Viele weitere Kadaver werden analysiert", sagte der Agrarminister der betroffenen Region Wallonie, René Collin. "Nach Einschätzung von Experten können wir bei Dutzenden oder sogar 300 bis 400 Wildschweinen landen." Die betroffenen Wälder würden gesperrt.

Das für Menschen ungefährliche, aber von Schweinezüchtern gefürchtete Virus war Ende vergangener Woche rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt zunächst in zwei Wildschweinen nachgewiesen worden. Über das Wochenende kamen die neuen Nachweise hinzu.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis pochte auf strikte Vorgaben und Verhaltensregeln vor Ort. Von einer Krise wollte er aber nicht sprechen.

Informationskampagne in Erwägung gezogen

Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die Wild- und Hausschweine befällt und für Schweine in Europa fast immer tödlich ist. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch durch Speisereste mit Fleisch von infizierten Tieren.

Andriukaitis sagte, seit 2014 sei das Virus inzwischen in neun EU-Ländern aufgefallen. Dänemark will aus Angst einen Grenzzaun zu Deutschland errichten. Hierzulande ist aktuell allerdings noch kein Fall von Schweinepest bekannt. Eine schützende Impfung gibt es nicht.

Agrarminister Collin sagte, das nun in Belgien betroffene Gebiet von rund 63.000 Hektar in der Region Luxemburg werde nicht nur für die Jagd gesperrt; auch die Waldwege dürften nicht mehr betreten werden. Das Virus kann sich auch an Schuhsohlen oder Autoreifen festsetzen.

"Wir werden nur noch die in den Wald lassen, die daran arbeiten, verendete Wildschweine zu finden und abzuholen", sagte Collin. Die Wildschweine werden nicht gejagt, damit sie nicht aus dem Gebiet verscheucht werden und so die Viren weitertragen.

Zunächst Ausbruch in Osteuropa

Die afrikanische Schweinepest hatte sich in den vergangenen Monaten zunächst in Osteuropa ausgebreitet: In Polen, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und den drei baltischen Staaten sind seit Anfang des Jahres Wild- und Hausschweine an der Seuche gestorben.

Der erste Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Westeuropa hatte am Freitag auch in Deutschland Unruhe ausgelöst.

EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis sagte, man habe präzise und detaillierte Gegenmaßnahmen vor Ort besprochen. Erwogen werde auch eine breite Informationskampagne. Sich der Risiken bewusst zu sein, sei sehr wichtig.

Im Video: Afrikanische Schweinepest in Polen

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jme/dpa



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