Milder Winter Ein Drittel der Bienenvölker ist tot

Es steht schlecht um die deutschen Bienen. Laut Imkerbund haben ungewöhnlich viele Völker den vergangenen Winter nicht überlebt. Sie fehlen nun bei der Bestäubung von Pflanzen und der Honigproduktion.
Bienen an der Honigwabe: Bis in der Herbst waren sie aktiv

Bienen an der Honigwabe: Bis in der Herbst waren sie aktiv

Foto: Michael Reichel/ picture alliance / dpa

Etwa 30 Prozent der Bienenvölker haben den vergangenen Winter nach Schätzungen der Imker nicht überlebt - normalerweise sind es nur zehn Prozent. Bei insgesamt rund 750.000 Bienenvölkern in Deutschland ergebe sich ein Verlust von 225.000 Völkern, sagte die Sprecherin des Deutschen Imkerbundes, Petra Friedrich, in Wachtberg bei Bonn. Von allein bauten sich die Völker nicht wieder auf. "Der Imker muss dann Jungvölker nachziehen."

Für die Honigernte verheiße das nichts Gutes: "Wir gehen ganz stark von einer ganz schlechten Honigernte aus", sagte Friedrich. Noch schlimmer sei aber, dass vielen Pflanzen damit auch die Bestäuber fehlten. Somit könnte der große Verlust das gesamte Ökosystem beeinflussen.

Bienen tragen Blütenstaub von Blüte zu Blüte und gelten als einer der wichtigsten Bestäuber. Sie tragen damit entscheidend zum Erhalt vieler Pflanzen bei, die wiederum von anderen Tieren als Lebensraum oder Nahrungsquelle genutzt werden. Auch für den Menschen ist die Bestäubung von großer Bedeutung: So können die meisten Nutzpflanzen, etwa Äpfel, nur dann Früchte tragen, wenn ihre Blüte zuvor bestäubt wurde.

Ausgepowert in den Winter

Die Bienen seien schon geschwächt in den Winter gegangen. Dies habe sie anfälliger für den Befall mit Varroa-Milben gemacht. Die Schwächung rühre unter anderem daher, dass es im Herbst noch lange warm gewesen sei. Dadurch seien die Bienen noch lange aktiv gewesen.

Ein strenger Winter sei hingegen kein Problem für die Insekten, sondern eher gut. Nachteilig wirke sich ein häufiges Auf- und Ab der Temperaturen aus, da dies die Bienen dazu bringen könne, vorzeitig auszufliegen. Ein generelles Problem sei der Nahrungsmangel. "Im Frühjahr gibt es noch ein hohes Pollen- und Nektarangebot, danach kommt nichts mehr." Es fehlten zum Beispiel die mit Blumen besetzten Randstreifen von Feldern, die es früher gegeben habe.

jme/dpa

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