Weiteres Verbot EU schützt Bienen vor BASF-Insektizid

Wenn die Bienen sterben, hat die Landwirtschaft ein Problem. Um die nützlichen Insekten zu schützen, schränkt die EU den Einsatz eines Pestizids stark ein. Es ist nicht das erste Verbot, das in diesem Jahr beschlossen wird.
Honigbiene: Hilfreiche Insekten

Honigbiene: Hilfreiche Insekten

Foto: MICHAELA REHLE/ REUTERS

Brüssel - Aus Sorge um die Bienen schränkt die EU den Einsatz eines weiteren Pestizids ein. Ab 2014 darf Fipronil nicht mehr zur Behandlung von Mais- und Sonnenblumen-Saatgut verwendet werden, teilte die EU-Kommission mit. Der Einsatz bei Pflanzen, die ausschließlich in Gewächshäusern wachsen, bleibt dagegen erlaubt. Hergestellt wird das Pflanzenschutzmittel vom Chemiekonzern BASF.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte das Insektizid im Mai als gefährlich für Honigbienen eingestuft. Fipronil stelle ein hohes akutes Risiko für Honigbienen dar, wenn es zur Saatgutbehandlung von Mais eingesetzt werde, hieß es in der Bewertung der Behörde . Laut Efsa sind Bienen beim Einsatz des Mittels im Maisanbau vor allem durch Staubdrift akut gefährdet. Für andere Nutzpflanzen wie auch bei Sonnenblumen habe die Behörde das Risiko nicht vollständig einschätzen können, da die Studienlage dazu nicht ausreiche.

23 Staaten stimmten für die Einschränkung von Fipronil, zwei dagegen, drei enthielten sich. Die Einigung sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das Bienensterben in Europa, sagte Tonio Borg, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz.

Nicht das erste Pestizid-Verbot

BASF kritisierte die Entscheidung der Efsa. In deren Bewertung würden "keine neuen Risiken für die Gesundheit von Bienen genannt, die mit dem genehmigten Einsatz des Insektizids Fipronil in Zusammenhang stehen", teilte die Firma mit. Die "vielfältigen und komplexen Faktoren, die die Bienengesundheit beeinflussen", blieben bei den möglichen Maßnahmen zur Einschränkung des Fipronil-Einsatzes unberücksichtigt. Produkte auf Fipronil-Basis sind nach Angaben von BASF seit 1993 auf dem Markt und werden in mehr als 70 Ländern und bei mehr als 100 Nutzpflanzen eingesetzt.

Erst im Mai hatte die EU-Kommission den Einsatz von drei Insektiziden ab dem 1. Dezember 2013 weitgehend verboten. Dabei ging es um sogenannte Neonikotinoide, die im Gegensatz zu Fipronil in Europa in großem Maßstab verwendet werden. Diese Einschränkung soll von Dezember an gelten und spätestens nach zwei Jahren auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Auch hier war die Efsa zum Schluss gekommen, dass die Pestizide eine Gefahr für Bienen darstellen können.

Das massenhafte Bienensterben, das seit Jahren zu beobachten ist, bereitet Forschern weltweit Kopfzerbrechen. Ein großer Teil der Landwirtschaft ist auf die nützlichen Bestäuber angewiesen. Wahrscheinlich geht das Sterben der Insekten auf verschiedene Faktoren zurück, so könnten Krankheitserreger und Parasiten, und fehlende Pflanzenvielfalt ebenso zu den Ursachen zählen wie Pestizide.

wbr/Reuters
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