Neonikotinoide Gut für Bienen - EU verbietet drei Pflanzenschutzmittel

Sie lähmen oder töten Bienen: Das Europaparlament hat Landwirten die Nutzung von drei umstrittenen Insektiziden untersagt. Die sogenannten Neonikotinoide dürfen nur noch in Gewächshäusern angewendet werden.
Biene auf Blüte

Biene auf Blüte

Foto: Dirk Daniel Mann / imago images / CHROMORANGE

Die EU-Staaten haben einem Freilandverbot für drei bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel sprach sich eine Mehrheit der 28 Mitgliedstaaten für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken.

Das teilte die EU-Kommission mit. "Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis laut Mitteilung. Auch Deutschland stimmte für das weitgehende Verbot. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte: "Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa."

Animation: Wie kommt das Bienensterben zustande?

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Bei der Abstimmung ging es um die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Die Mittel schützen Pflanzen vor Schädlingen, können aber auch Bienen beeinträchtigen oder töten. Bereits 2013 hatte die EU für sie strengere Regeln erlassen, weil die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) die Substanzen als gefährlich für Bienen eingestuft hatte.

Bisher nutzten Landwirte solche Mittel, um ihr Saatgut vor Insekten zu schützen. Sie werden etwa gegen Schildläuse oder Kirschfruchtfliegen eingesetzt. Die Stoffe können aber auch auf Blätter gesprüht oder über Bewässerung in die Pflanzen gebracht werden. Seit 2013 dürfen Landwirte die drei Stoffe im Freiland nicht mehr bei von Bienen bevorzugten Pflanzen wie Mais, Raps, Sonnenblumen sowie beim Anbau von Kirschen, Äpfeln oder Gurken anwenden. Getreide wie Weizen oder Gerste, das zwischen Januar und Juni ausgesät wird, durfte aber immer noch damit behandelt werden.

Die drei Substanzen schädigen das zentrale Nervensystem von Insekten - gelangen sie in den Körper der Tiere, kommt es zu Krämpfen und zum Tod. Doch auch Wild- und Honigbienen können verenden, wenn sie mit größeren Mengen in Kontakt kommen. Studien zufolge schränken Neonikotinoide die Orientierungsfähigkeit der Tiere ein.

Die Efsa hatte die drei Neonikotinoide mehrfach in den Fokus genommen. Anfang April bestätigte sie in einem neuen Bericht die Gefahren für Bienen und Hummeln: "Die Mehrzahl der Anwendungen von Neonikotinoid-haltigen Pestiziden stellt ein Risiko für Wild- und Honigbienen dar.

joe/AFP/dpa