Bilder vom Ätna Der Feuerspucker tobt weiter

Mit teils schweren Erdstößen und Ascheregen hält der Ätna die Anwohner in Atem. Experten schließen eine größere Katastrophe nicht aus. Bilder zeigen, wie die Lava unaufhaltsam an Boden gewinnt.




Der Ausbruch des Ätna auf Sizilien setzt sich mit unverminderter Wucht fort. Nachdem schon in der Nacht einige Beben die Region um die Stadt Catania erschüttert hatten, folgte am Dienstag ein weiterer schwerer Erdstoß, der teilweise Panik auslöste. Auch der Ascheregen setzte erneut ein. Wie das italienische Fernsehen berichtete, hat sich die vom Berg ausgestoßene Wolke mittlerweile bis nach Malta und Nordafrika ausgebreitet.

Zu neuem Leben erwacht: Nach einem Jahr Pause brach der Ätna, hier vom Hafen der Stadt Catania aus gesehen, am Sonntag wieder aus Heiße Fontäne: Europas aktivster Vulkan spuckte gleich aus mehreren Öffnungen Lava Glühende Ströme: An den Hängen des Berges wälzte sich am Sonntagabend Lava herunter
Widerstand zwecklos: Die heißen Gesteinsmassen schieben sich über eine Straße Rauchende Spur: Eine Aufnahme des Nasa-Satelliten Terra dokumentiert die vom Ätna am Sonntag ausgestoßene Aschewolke Machtlose Helfer: Ein Carabiniere beobachtet am Montag die fließende Lava
Regen aus Asche: In Catania schützt sich ein Mann vor herabrieselnden Teilchen Angst vor der Zerstörung: Ein Anwohner verfolgt nahe der am Berghang gelegenen Ortschaft Linguaglossa das Fortschreiten der Lava Eindämmung: Ein Helikopter versucht am Montag den Lavastrom aufzuhalten

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Nach Ansicht des deutschen Vulkanologen Boris Behnke hat der neue Ausbruch zu Bewegungen des Ätna geführt: "Große Teile der Nordostseite des Vulkans sind um etwa einen Meter in Richtung Meer verschoben worden", berichtete der Wissenschaftler von der Universität Catania. Zudem hätten sich in der Nordostregion zahlreiche Spalten gebildet: "Der Berg ist in Bewegung."

Nächtliches Schauspiel: Der Ätna spuckt glühendes Gestein
REUTERS

Nächtliches Schauspiel: Der Ätna spuckt glühendes Gestein

Behnke warnte davor, den Ätna zu unterschätzen. Zwar bedrohe der Lavastrom derzeit keine Ortschaften. "Aber wenn größere Teile des Berges ins Rutschen geraten, wäre eine Katastrophe möglich." Dies habe sich bereits vor rund 3000 bis 10.000 Jahren ereignet. "Heute wäre ein solches Abrutschen die größte anzunehmende Katastrophe." Allerdings könne man noch nicht vorhersagen, wie sich die Lage weiter entwickle.

Schon jetzt haben die Lavamassen, die sich immer noch von den Hängen des über 3000 Meter hohen Berges herabwälzen, Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Am Skiort Linguaglossa an der Nordostseite hat das glühende Gestein Teile eines Pinienwaldes vernichtet, der als schönster Siziliens gilt. Helfer versuchten weiterhin, mit Schaufelbaggern Schneisen zu schlagen, um die Lavaströme umzulenken.

In Catania blieben die Schulen auch am Dienstag geschlossen. Der Bürgermeister der Stadt ordnete ein Fahrverbot für Motorräder und Mopeds an, da es bei dem dichtem Ascheregen leicht zu Unfällen kommen könne. Neben dem Ätna schleuderte auch der Vulkan auf der nahe gelegenen Insel Stromboli Lavafontänen über 200 Meter hoch in den Himmel.



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