Biodiversität Artenreiche Regionen der Erde brauchen mehr Schutz

Schutzgebiete sollen die Artenvielfalt weltweit erhalten. Doch gerade die artenreichsten Regionen der Erde werden kaum geschützt, wie eine Studie zeigt. Wissenschaftler fordern, solche Areale gezielter auszuweisen als bisher.

RBG Kew

Die Analyse einer der weltweit größten Datenbanken zur Artenvielfalt brachte ein alarmierendes Ergebnis: Wie ein Team von Wissenschaftlern aus den USA und England ermittelte, sind gerade die artenreichsten Gegenden der Erde nur unzureichend geschützt. Auf einem Sechstel der Landoberfläche leben ihrer Untersuchung zufolge zwei Drittel aller Pflanzenarten weltweit - aber nur sechs Prozent dieser wertvollen Regionen stehen unter Schutz. Über ihre Arbeiten berichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin "Science".

Bis zum Jahr 2020 sollen gemäß der Biodiversitäts-Konvention der Vereinten Nationen (Convention on Biological Diversity, CBD) 17 Prozent der Erdoberfläche und zugleich 60 Prozent der Pflanzenarten weltweit geschützt werden. Beide Ziele sind der Studie zufolge zwar erreichbar. Dazu müssten aber bestehende Schutzgebiete ausgeweitet und zusätzliche Regionen geschützt werden.

Die Forscher um Stuart Pimm von der Duke University in Durham (US-Bundesstaat North Carolina) sichteten mit der Datenbank zur Artenvielfalt in den Royal Botanic Gardens im englischen Kew eine der weltweit größten ihrer Art. Die Wissenschaftler werteten Informationen zu etwa 110.000 Arten aus und errechneten dann die Regionen, wo besonders viele Pflanzen vorkommen.

Karibik und subtropische Wälder sind besonders artenreich

Demnach beherbergt ein Sechstel der Landoberfläche zwei Drittel aller Pflanzenarten. Diese Biodiversität überträgt sich auf die Tierwelt: Denn diese Regionen beheimaten 89 Prozent aller Vogelarten, 80 Prozent der Amphibienspezies und 74 Prozent der Säugetierarten.

Doch nur 6 Prozent dieser wertvollen Gegenden stehen unter Schutz - obwohl weltweit 13 Prozent der Landoberfläche als schützenswert ausgewiesen sind. Zu den artenreichsten Regionen gehören unter anderem tropische und subtropische Inseln etwa in der Karibik, feuchte tropische und subtropische Wälder in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien oder Ökosysteme am Mittelmeer.

"Die Welt hat einen erheblichen Teil des Landes unter Schutz gestellt, was gut ist", sagt Pimm. "Aber wir müssen mehr Gebiete schützen, an denen Pflanzenarten konzentriert sind. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf die nun beschriebenen Hotspots richten - und wir müssen Inseln schützen und Einheimische in aller Welt einschalten." Die Mitglieder der Biodiversitäts-Konvention können schon bald damit loslegen - sie treffen sich im kommenden Monat in Montréal.

nik/dpa



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