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Biolumineszenz: Verborgenes zum Leuchten bringen

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Biolumineszenz Das Licht der Finsternis

Meeresbewohner kommunizieren im Dunklen per Biolumineszenz. Forscher nutzen das Phänomen, um Verborgenes sichtbar zu machen. So entstehen faszinierende Bilder.
Foto: DER SPIEGEL/ Rick Friedman

Johann Grolle berichtet als Korrespondent für den SPIEGEL aus Boston. "Das ist die Welthauptstadt der Wissenschaft", sagt der langjährige Leiter des SPIEGEL-Ressorts Wissenschaft/Technik. An dieser Stelle schreibt er, was Forscher am MIT, der Harvard University und anderswo in den USA bewegt.

Vor gut drei Jahren hatte ich das Privileg, Bruce Robison kennenzulernen. Der Meeresbiologe vom kalifornischen Monterey Bay Aquarium zählt zu den wenigen Menschen, die aus eigener Anschauung berichten können, wie es in der Dunkelzone der Ozeane aussieht.

In einer gläsernen Druckkapsel lässt er sich in bis zu 1000 Meter Tiefe absinken. Dort angekommen, schaltet er manchmal alle Scheinwerfer ab, klebt jedes Lämpchen seiner Instrumente ab, und wartet.

"Ungefähr zehn Minuten dauert es, bis sich meine Augen an die Finsternis gewöhnt haben", erzählte er mir. "Und dann beginnt eine ungeheuerliche Show."

Betörende Schönheit

Überall um ihn herum sieht er es dann flimmern, flackern und blinken - ein kunterbuntes Farbspektakel. "Licht", meint Robison, "ist wahrscheinlich die am weitesten verbreitete Form der Kommunikation auf Erden." Denn während an Land kaum mehr als ein paar Glühwürmchen und Springschwänze zu blinken vermögen, sind Lichtsignale in der Tiefsee allgegenwärtig.

Inzwischen haben auch die Forscher die Sprache des Lichts erlernt. Die Biolumineszenz und vor allem die Biofluoreszenz ist zu einer verbreiteten Markierungsmethode der Molekularbiologen geworden. So bedeutsam war die dadurch ausgelöste Revolution des Fachs, dass die Entdeckung des ersten fluoreszierenden Proteins, des grünen GFP einer Qualle, 2008 mit dem Nobelpreis geehrt wurde.

Die Flut der so entstehenden mikroskopischen Aufnahmen ist nicht nur von hohem wissenschaftlichen Wert, sie ist mitunter auch von betörender Schönheit. Gerade hat die Harvard-Universität eine Sammlung von Aufnahmen publik gemacht, die nun als von der Natur gestaltete Kunstwerke bestaunt werden können.

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