Geheime Grabungen Neue Dinosaurierart in Frankreich entdeckt 

Im französischen Velaux präsentierten Forscher eine bislang unbekannte Saurierart. Der Pflanzenfresser lebte vor rund 75 Millionen Jahren und war rund zwölf Meter lang. Mehr als zehn Jahre dauerte es, die Knochen freizulegen - die Grabungen erfolgten im Geheimen.

AFP

Aix-en-Provence - Forscher haben nahe des französischen Dorfs Velaux die Knochen eines zehn bis zwölf Meter langen Dinosauriers freigelegt. Der rund 75 Millionen Jahre alte Titanosaurier soll mit seinen zylinderförmigen Zähnen Pflanzen gefressen haben. Die Grabungen hatten bereits vor zehn Jahren begonnen, waren aber aus Angst vor Plünderungen bislang geheim gehalten worden.

Die Paläontologen nannten die neue Art Atsinganosaurus velauciensis - Zigeunersaurier aus Velaux, da er nahe Verwandte in Osteuropa gehabt habe. "Wir haben mehr als 70 Prozent des Skeletts gefunden, leider aber nicht den Schädel", sagt Ausgrabungsleiterin Géraldine Garcia von der Universität in Poitiers. Eine originalgetreue Rekonstruktion sei nun jedoch möglich. 2010 war die Art erstmals von den Forschern in Frankreich beschrieben worden. Die Knochen sollen weiter von den französischen und belgischen Forschern analysiert werden.

Ein vollständig erhaltenes Flugsaurierskelett einer neuen Art wurde am Freitag vorgestellt, Forscher hatten es im oberfränkischen Wattendorf entdeckt. Der Fund sei von vergleichbarem Interesse wie ein Archaeopteryx, sagte der Leiter des Bamberger Naturkundemuseums, Matthias Mäuser. Von einem "sensationellen Fund" sprach der Flugsaurier-Experte und Biologe Eberhard Frey vom Naturkundemuseum Karlsruhe. "Er ist von seiner Vollständigkeit und vom Typ her einmalig - ein extrem seltenes und wunderschönes Stück."

Mit seinen langen Hinterbeinen und dem im Verhältnis zum Arm recht kurzen Flugfinger habe der neue Flieger eine Flügelkonfiguration, wie sie später in der Kreidezeit bei Riesenflugsauriern vorgekommen sei. "Das Bamberger Stück belegt, dass diese Riesenflugsaurier ihren Ursprung in der Jurazeit hatten."

Die Wattendorfer Flugechse hatte über 400 Zähne, die in zwei Reihen angeordnet waren. "Die langen Zähne sind nicht spitz, sondern wie kleine Keulen verdickt", erklärt Mäuser. Mit ihnen wurde Beute nicht gekaut oder festgehalten, sondern aus dem Wasser gefiltert - so wie es Wale mit ihren Barten und Flamingos mit den Lamellen in ihrem Schnabel tun.

nik/dpa/afp



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
Mogamboguru 26.08.2012
1. Autsch!
Zitat aus dem Artikel: "Die Paläontologen nannten die neue Art Atsinganosaurus velauciensis - Zigeunersaurier aus Velaux, da er nahe Verwandte in Osteuropa gehabt habe." Wer war denn bitte für DIESE Namensgebung zuständig? Jean-Marie le Pen vom Front National? Das geht ja wohl gar nicht! Feingefühl sieht wirklich anders aus!
Seven76 26.08.2012
2. 75 Millionen Jahre???
Irgendwas kann an dem Artikel nicht stimmen, habe nämlich vor kurzem aus den USA gehört, dass die Erde erst 6000 Jahre alt ist?! Demzufolge liegen in der Nähe bestimmt auch ein paar Menschenknochen, haben ja zur gleichen Zeit gelebt...
quark@mailinator.com 26.08.2012
3. ?
Zitat von MogamboguruZitat aus dem Artikel: "Die Paläontologen nannten die neue Art Atsinganosaurus velauciensis - Zigeunersaurier aus Velaux, da er nahe Verwandte in Osteuropa gehabt habe." Wer war denn bitte für DIESE Namensgebung zuständig? Jean-Marie le Pen vom Front National? Das geht ja wohl gar nicht! Feingefühl sieht wirklich anders aus!
Was genau kritiseren Sie, den wissenschaftlichen Namen, oder die deutsche Übersetzung ? Nehmen wir an, ein Saurier hätte ein Siedlungsgebiet, welches mit dem aktuellen Deutschland zusammenfällt und jemand würde ihn "Deutschensaurier" nennen, nur halt griechisch resp. lateinisch ... dann hätten Sie damit kein Problem, oder ? Das es im Deutschen keine schmerzfreie Bezeichnung für den Volksstamm mehr gibt, ist eine andere Sache. So wie niemand sein Sohn Adolf nennen, obwohl der Name nichts dafür kann, so kann man auch kein "Sinti-und-Roma-Schnitzel" bestellen, obwohl die Paprika-Soße auch nichts dafür kann. Fakt ist, daß man sich bis zum geht-nicht-mehr verbiegen kann, um ja die "political correctness" zu waren, und dennoch zwei Dinge nicht erreicht - nämlich zum einen, den Unfug aus den Köpfen der "Diskriminatoren" zu bekommen und zum anderen, den Betroffenen eine entspannte Gegenwart zu ermöglichen. So wende ich mich auch gegen die Überstrapazierung der weiblichen BezeichnerInnen an jeder Stelle, die nur der Verständlichkeit schaden. Aber das ist ein anderes Thema.
Mogamboguru 26.08.2012
4. Semantik
Zitat von quark@mailinator.comWas genau kritiseren Sie, den wissenschaftlichen Namen, oder die deutsche Übersetzung ? Nehmen wir an, ein Saurier hätte ein Siedlungsgebiet, welches mit dem aktuellen Deutschland zusammenfällt und jemand würde ihn "Deutschensaurier" nennen, nur halt griechisch resp. lateinisch ... dann hätten Sie damit kein Problem, oder ? Das es im Deutschen keine schmerzfreie Bezeichnung für den Volksstamm mehr gibt, ist eine andere Sache. So wie niemand sein Sohn Adolf nennen, obwohl der Name nichts dafür kann, so kann man auch kein "Sinti-und-Roma-Schnitzel" bestellen, obwohl die Paprika-Soße auch nichts dafür kann. Fakt ist, daß man sich bis zum geht-nicht-mehr verbiegen kann, um ja die "political correctness" zu waren, und dennoch zwei Dinge nicht erreicht - nämlich zum einen, den Unfug aus den Köpfen der "Diskriminatoren" zu bekommen und zum anderen, den Betroffenen eine entspannte Gegenwart zu ermöglichen. So wende ich mich auch gegen die Überstrapazierung der weiblichen BezeichnerInnen an jeder Stelle, die nur der Verständlichkeit schaden. Aber das ist ein anderes Thema.
Das Wort "Zigeuner" ist per se ein Schandname für Sinti und Roma, so wie das Wort "Eskimo" ("Rohfleischesser") ein Schandname für die arktischen Inuit ist. Zitat: "Die wesentlichen nationalen und internationalen Interessenvertretungen der Roma lehnen die Anwendung des Begriffs auf Roma wegen der stigmatisierenden Konnotationen, die bis zu rassistischen Vorurteilen reichen, ab. Sie verstehen das Wort gleichsam als Überschrift über eine lange Verfolgungsgeschichte mit ihrem Höhepunkt im Porajmos, dem Völkermord an den europäischen Roma unter der NS-Herrschaft." Zigeuner (http://de.wikipedia.org/wiki/Zigeuner) Ein Schandname ist ein Schandname und sollte da bleiben, wo er hin gehört: Im Dunkel der Geschichte. Dafür braucht es keine übergestülpte Political Correctness. Dafür genügt einfaches geschichtliches Feingefühl.
Florentinio 26.08.2012
5. und ich dachte
es würde hier um Dinosaurier gehen.
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