Gewitterstatistik für 2018 Deutschland wurde 446.000 Mal vom Blitz getroffen

In keiner anderen Stadt hat es 2018 so häufig geblitzt wie im fränkischen Schweinfurt. Wie oft Ihre Region vom Blitz getroffen wurde, verrät unsere Karte.

Blitzeinschlag bei Geseke in Nordrhein-Westfalen: Vor zehn Jahren gab es doppelt so viele Einschläge wie heute
Thomas Rensinghoff/dpa

Blitzeinschlag bei Geseke in Nordrhein-Westfalen: Vor zehn Jahren gab es doppelt so viele Einschläge wie heute


Deutschland ist im vorigen Jahr 446.000 Mal vom Blitz getroffen worden. Das war allerdings nur noch halb so oft wie vor zehn Jahren, berichtete der Blitz-Informationsdienst von Siemens am Dienstag.

Er zählt deutschlandweit alle Blitze - in den Wolken und am Erdboden. In die aktuelle Statistik flossen jedoch nur die Blitze ein, die in den Boden einschlugen. Die Verantwortlichen des Blitz-Informationsdienstes erfassen diese mit Antennen, die das elektromagnetische Signal eines jeden Blitzes wahrnehmen. Über eine Software lässt sich dann auf hundert Meter genau bestimmen, wo der Blitz eingeschlagen ist.

"Im Jahr 2018 gab es relativ wenige Gewitter - ähnlich wie in den Vorjahren", erklärte Leiter Stephan Thern. "Der Jahrhundertsommer letztes Jahr war zu warm, die Wetterlagen waren sehr stabil, und Gewitterfronten fielen nicht so ausgeprägt aus."

Blitzhauptstadt war 2018 Schweinfurt in Franken. Die Experten registrierten dort im vergangenen Jahr fünf Einschläge pro Quadratkilometer (wie häufig der Blitz in Ihrem Landkreis eingeschlagen ist, sehen Sie in der Karte unten).

Blitzdichte 2018

Einschläge je Quadratkilometer

Schweinfurt löst den Landkreis Garmisch-Partenkirchen ab, der 2017 mit 3,5 Blitzen pro Quadratkilometer deutscher Blitzmeister wurde. Im aktuellen Ranking belegt er mit 3,1 Blitzen pro Quadratkilometer Platz zehn.

Hinter Schweinfurt folgen an zweiter und dritter Stelle der Rheinisch-Bergische Kreis und der oberbayerische Landkreis Weilheim-Schongau mit vier und 3,7 Einschlägen pro Quadratkilometer. In den Regionen mit häufigen Blitzeeinschlägen spiele die Nähe zu Höhen- und Gebirgslagen eine Rolle, sagte Thern.

Im Norden blitzt es selten

Am seltensten krachte es im Norden: In Kiel, Potsdam, Schwerin und im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurden nur 0,2 Erdblitze pro Quadratkilometer gezählt. Unter den Bundesländern war Mecklenburg-Vorpommern das Land mit den wenigsten Blitzen: 0,4 Mal schlug der Blitz dort pro Quadratkilometer ein.

Blitz bei Dresden (Archiv): Nähe zu Höhen- und Gebirgslagen erhöht Gefahr von Blitzeinschlägen
Robert Michael/dpa

Blitz bei Dresden (Archiv): Nähe zu Höhen- und Gebirgslagen erhöht Gefahr von Blitzeinschlägen

Platz eins im Bundesländerranking belegt das Saarland mit einer Blitzdichte von 2,4 pro Quadratkilometer, gefolgt von Rheinland-Pflanz, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Schäden durch Blitzeinschläge sind in der Regel versichert - daher können die Daten des Informationsdienstes auch Verbrauchern helfen. Die Elektronik in Fernsehern, Waschmaschinen oder Industriesteuerungen kann auch durch Einschläge in einiger Entfernung beschädigt werden. Versicherungen, Wetterdienste, Sportanlagen, Industrieunternehmen und Stromnetzbetreiber sind Kunden des Dienstes.

jme/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
mitch72 23.07.2019
1. Energie
Was für ein Potential an sauberer Energie!
Viking1957 23.07.2019
2. Was sagt die DUH dazu
Bei jedem Blitz entsteht viel mehr NO2 als durch alle Dieselfahrzeuge. Wann lässt die DUH die Blitze per Gerichtsbeschluss endlich verbieten?
wallabi 23.07.2019
3.
Man könnte auch eine Blitzesteuer einführen. Wer soviel Blitze anzieht wie Schweinfurt, soll auch dafür bezahlen. Hätten sie doch Grün und nicht CSU gewählt.
Gluehweintrinker 23.07.2019
4. Blitze sind energetisch nicht nutzbar
Zitat von mitch72Was für ein Potential an sauberer Energie!
Darf ich empfehlen, das gute alte Physikbuch noch einmal hervorzuholen, Kapitel "Elektrizität" aufschlagen und dann setzen Sie bitte eine Stromstärke von 20.000 bis maximal 100.000 Ampere, eine Spannung von 100 Millionen Volt ins Verhätnis der Blitzdauer. Die Hauptentladung dauert etwa 0,00003 Sekunden. Und dann berechnen Sie, ob ein Blitz für 10 Minuten Nachttischleuchte oder zwei Minuten Fernsehen ausreicht.
mina2010 23.07.2019
5. Vielleicht nur eine Frage der Technologie,
Zitat von GluehweintrinkerDarf ich empfehlen, das gute alte Physikbuch noch einmal hervorzuholen, Kapitel "Elektrizität" aufschlagen und dann setzen Sie bitte eine Stromstärke von 20.000 bis maximal 100.000 Ampere, eine Spannung von 100 Millionen Volt ins Verhätnis der Blitzdauer. Die Hauptentladung dauert etwa 0,00003 Sekunden. Und dann berechnen Sie, ob ein Blitz für 10 Minuten Nachttischleuchte oder zwei Minuten Fernsehen ausreicht.
vor 30 Jahren konnten wir uns auch noch nicht vorstellen 1 TB Daten in einer Streichholzschachter unterzubringen.
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