Einzig bekanntes Exemplar Albino-Orang-Utan Alba kommt frei

2017 wurde ein extrem seltener weißer Orang-Utan in einem Käfig auf Borneo entdeckt. Tierschützer päppelten das Tier auf und tauften es Alba. Nun soll es in die Wildnis entlassen werden.

Alba in der Rettungsstation Nyaru Menteng auf der Insel Borneo
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Alba in der Rettungsstation Nyaru Menteng auf der Insel Borneo


Der vermutlich einzige weiße Orang-Utan der Welt, ein Weibchen namens Alba, darf zurück in die Freiheit. Das etwa sieben Jahr alte Tier soll diese Woche im Dschungel der Insel Borneo ausgewildert werden, wie die indonesische Regierung und die Tierschutzorganisation BOS am Dienstag mitteilten. Die neue Heimat der Albino-Affendame ist künftig der Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya im indonesischen Teil der Insel.

Das extrem seltene Tier mit dem weißen Fell und den blauen Augen war im April 2017 auf Borneo in einem abgelegenen Dorf entdeckt worden, verwahrlost und eingesperrt in einen winzigen Holzkäfig. Von dort wurde sie in eine Rettungsstation der Tierschutzorganisation Borneo Orangutan Survival (BOS) gebracht, die sie aufpäppelte.

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Lange war nicht klar, ob ihre körperliche Verfassung eine Rückkehr in die Wildnis möglich machen würde. Inzwischen ist Alba wieder völlig gesund - abgesehen von einer Sehschwäche aufgrund ihres angeborenen Gendefekts. Unter einer Sehschwäche leiden auch viele andere Albinos.

"Ausgeprägtes, wildes Verhalten"

In der Rettungsstation zeige sie noch immer ein "ausgeprägtes, wildes Verhalten", berichtet BOS. In der Organ-Utan-Gruppe, mit der Alba in der Station zusammenlebt, habe sie die dominante Position eingenommen. Die Sehschwäche behindere sie auch nicht beim Klettern, hieß es.

Alba wuchs vermutlich die ersten fünf Jahre ihres Lebens im Regenwald auf. Freigelassen wird sie gemeinsam mit der Orang-Utan-Dame Kika, die sie aus der Rettungsstation kennt und mit der sie sich gut versteht. Auch Kika wurde 2017 aus einem Käfig befreit, wo sie illegal als Haustier gehalten worden war. Beide Tiere reagieren auf Menschen mit Flucht - gute Voraussetzungen für ein Leben in Freiheit, schreibt BOS.

Die Tierschützer werden Alba weiter im Auge behalten. Per Peilsender können sie den seltenen Affen im Regenwald aufspüren.

Insgesamt gibt es weltweit noch zwischen 70.000 und 100.000 Orang-Utans. Die Menschenaffen mit normalerweise rotbraunem Fell gelten als stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.

jme/dpa

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