Im Dschungel von Borneo Orang-Utan reicht Menschen die Hand

Ein Mann sammelt Giftschlangen aus einem Fluss, um Orang-Utans vor Angriffen zu schützen. Einer der Menschenaffen zeigt anscheinend seine Dankbarkeit - mit einer rührenden Geste.

Hat der Affe verstanden, was dort im Fluss vor ihm passiert war? Die Antwort auf diese Frage kennt wohl nur das Tier. Aus menschlicher Perspektive ist die Sache allerdings klar: Auf dem Bild, das der Hobbyfotograf Anil Prabhakar gemacht hat, bietet ein Orang-Utan einem lieben Menschen Hilfe an.

Zu sehen ist, wie das kräftige Tier einem Mann, der bis zur Brust im Wasser steht, eine Pranke reicht. Als wolle er ihm helfen, aus dem Wasser herauszusteigen. Besonders rührend dabei: Der Mann ist in den Fluss gestiegen, um dort Giftschlangen einzufangen - natürliche Feinde der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans.

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Entstanden ist das Bild auf der indonesischen Insel Borneo. Prabhakar machte das Bild, als er dort mit Freunden ein Orang-Utan-Schutzgebiet der Stiftung Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) besuchte.

Bos kümmert sich um verletzte Tiere und bewacht Exemplare, die von Wilderern und durch die Abholzung ihres Lebensraums bedroht sind. Wenn möglich, werden die Orang-Utans nach ihrem Aufenthalt in der Schutzstation wieder ausgewildert.

"Als wolle er sagen: 'Kann ich helfen?'"

"Jemand hatte Schlangen in der Gegend beobachtet, also kam ein Mitarbeiter, um die Tiere zu entfernen", sagte Prabhakar laut "CNN" . Im matschigen Fließgewässer zu waten habe dem Parkhüter etwas Schwierigkeiten gemacht.

"Ich sah, wie der Orang-Utan sehr nahe kam, und dem Mann die Hand anbot. Als wolle er sagen: 'Kann ich helfen?'"

Der Mann nutzte das Angebot laut Prabhakar allerdings nicht. Stattdessen habe er sich eine andere Stelle gesucht, um aus dem Wasser zu steigen. "Er sagte, die Orang-Utans seien weiterhin wilde Tiere. Wie sie auf engen menschlichen Kontakt reagieren, lasse sich daher schwer vorhersagen."

Prabhakar veröffentlichte das Bild auf Instagram und schrieb: "Wenn die Menschlichkeit unter den Menschen gestorben ist, führen uns Tiere manchmal zurück zu unseren Wurzeln."

97 Prozent des Erbguts stimmen überein

Orang-Utans sind eng mit dem Menschen verwandt. 97 Prozent ihres Erbguts stimmen mit unserem eigenen überein. Die Menschenaffen sind äußerst soziale Wesen, sie leben in Familienverbänden, benutzen Werkzeuge, um an Futter zu gelangen und können sich selbst im Spiegel erkennen.

Bos geht davon aus, dass die Orang-Utan-Population auf Borneo in nur drei Generationen um 80 Prozent geschrumpft ist.

jme