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11. Juli 2016, 10:20 Uhr

Artenschutz

Borneo-Orang-Utan und Walhai vom Aussterben bedroht

Die Weltnaturschutzunion hat den Borneo-Orang-Utan auf die Rote Liste gesetzt. Auch der größte Fisch der Welt ist bedroht. Die Ursache ist einmal mehr der Mensch.

Sie gehören zu den markantesten Tierarten der Welt, doch Experten sind in Sorge um sie: Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Borneo-Orang-Utan auf ihrer Roten Liste als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Das ist die höchste Gefährdungsstufe. Zudem stufte die Organisation auch Walhaie und Flügelkopf-Hammerhaie wegen stark schwindender Bestände als "stark gefährdet" ein. "Es ist alarmierend zu sehen, wie diese symbolhaften Tierarten dem Aussterben entgegen gehen", erklärte Jane Smart, Direktorin des IUCN-Artenprogramms.

Der Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus) sei - neben dem etwas kleineren Sumatra-Orang-Utan die zweite Art dieser Menschenaffen - nur noch "einen Schritt vom Artentod entfernt", betonte die IUCN. Die Wälder auf der Insel Borneo, wo die bis zu 90 Kilogramm schweren Menschenaffen leben, würden oft abgeholzt und zu Plantagen für Palmöl, Kautschuk oder Papier umgewandelt.

Zudem werden die Affen auch von Menschen gejagt. "Da Orang-Utans aus ihren Lebensräumen gedrängt werden und sich nur langsam fortpflanzen, können die enormen Verluste nur sehr schwierig rückgängig gemacht werden", warnte IUCN-Primatenspezialist Erik Meijaard. Schätzungen über die Größe des Bestands schwanken stark zwischen 15.000 bis 44.000 Tieren.

Der Walhai (Rhincodon typus), mit fast 14 Metern Länge der größte Fisch der Welt, und der Flügelkopf-Hammerhai (Eusphyra blochii) seien besonders durch Überfischung bedroht. Zudem kämen Walhaie oft in Schiffspropellern um, klagt die IUCN. In den letzen 75 Jahren seien die Bestände der Art um mehr als die Hälfte geschrumpft.

Der internationale Handel mit gefährdeten Haien sei zwar durch Abkommen reguliert, Regierungen müssten aber mehr tun, um Haie auch auf nationaler Ebene zu schützen, fordert die IUCN. Schutzprogramme haben demnach dazu geführt, dass Walhaie zwar in den Gewässern um die Philippinen, Indien und Taiwan nicht mehr im großen Stil gefangen würden. In Südchina und bei Oman sei die Situation aber anders. Da Walhaie sich oft in der Nähe von Thunfischen aufhielten, fielen sie häufig Fischern zum Opfer.

Der bis knapp zwei Meter lange Flügelkopf-Hammerhai bewohnt vorwiegend die küstennahen Gewässer von Süd- und Südostasien. Wie selten die Tiere inzwischen sind, geht aus Zählungen auf indonesischen Fischmärkten hervor: Dort kam ein solcher Hammerhai auf etwa 20.000 andere Haiarten. Ähnlich sei die Lage auch in anderen Ländern der Region, wo in Küstennähe intensiv gefischt werde.

Die Entwicklung zeige, dass man strategisch vorgehen müsse, um die Artenvielfalt auf der Erde zu schützen, betonte Smart. Die IUCN will bei einem Kongress in Hawaii Anfang September unter anderem erörtern, wie Regierungen die Fischerei und die sich ausbreitenden Palmölplantagen besser unter Kontrolle bringen können.

joe/dpa

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