Artenschutz Borneo-Orang-Utan und Walhai vom Aussterben bedroht

Die Weltnaturschutzunion hat den Borneo-Orang-Utan auf die Rote Liste gesetzt. Auch der größte Fisch der Welt ist bedroht. Die Ursache ist einmal mehr der Mensch.

Borneo-Orang-Utan
IUCN/ Bernard Dupont/ DPA

Borneo-Orang-Utan


Sie gehören zu den markantesten Tierarten der Welt, doch Experten sind in Sorge um sie: Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Borneo-Orang-Utan auf ihrer Roten Liste als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Das ist die höchste Gefährdungsstufe. Zudem stufte die Organisation auch Walhaie und Flügelkopf-Hammerhaie wegen stark schwindender Bestände als "stark gefährdet" ein. "Es ist alarmierend zu sehen, wie diese symbolhaften Tierarten dem Aussterben entgegen gehen", erklärte Jane Smart, Direktorin des IUCN-Artenprogramms.

Der Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus) sei - neben dem etwas kleineren Sumatra-Orang-Utan die zweite Art dieser Menschenaffen - nur noch "einen Schritt vom Artentod entfernt", betonte die IUCN. Die Wälder auf der Insel Borneo, wo die bis zu 90 Kilogramm schweren Menschenaffen leben, würden oft abgeholzt und zu Plantagen für Palmöl, Kautschuk oder Papier umgewandelt.

Zudem werden die Affen auch von Menschen gejagt. "Da Orang-Utans aus ihren Lebensräumen gedrängt werden und sich nur langsam fortpflanzen, können die enormen Verluste nur sehr schwierig rückgängig gemacht werden", warnte IUCN-Primatenspezialist Erik Meijaard. Schätzungen über die Größe des Bestands schwanken stark zwischen 15.000 bis 44.000 Tieren.

Der Walhai ist der größte Fisch der Welt
IUCN/ Simon Pierce/ DPA

Der Walhai ist der größte Fisch der Welt

Der Walhai (Rhincodon typus), mit fast 14 Metern Länge der größte Fisch der Welt, und der Flügelkopf-Hammerhai (Eusphyra blochii) seien besonders durch Überfischung bedroht. Zudem kämen Walhaie oft in Schiffspropellern um, klagt die IUCN. In den letzen 75 Jahren seien die Bestände der Art um mehr als die Hälfte geschrumpft.

Der internationale Handel mit gefährdeten Haien sei zwar durch Abkommen reguliert, Regierungen müssten aber mehr tun, um Haie auch auf nationaler Ebene zu schützen, fordert die IUCN. Schutzprogramme haben demnach dazu geführt, dass Walhaie zwar in den Gewässern um die Philippinen, Indien und Taiwan nicht mehr im großen Stil gefangen würden. In Südchina und bei Oman sei die Situation aber anders. Da Walhaie sich oft in der Nähe von Thunfischen aufhielten, fielen sie häufig Fischern zum Opfer.

Der bis knapp zwei Meter lange Flügelkopf-Hammerhai bewohnt vorwiegend die küstennahen Gewässer von Süd- und Südostasien. Wie selten die Tiere inzwischen sind, geht aus Zählungen auf indonesischen Fischmärkten hervor: Dort kam ein solcher Hammerhai auf etwa 20.000 andere Haiarten. Ähnlich sei die Lage auch in anderen Ländern der Region, wo in Küstennähe intensiv gefischt werde.

Die Entwicklung zeige, dass man strategisch vorgehen müsse, um die Artenvielfalt auf der Erde zu schützen, betonte Smart. Die IUCN will bei einem Kongress in Hawaii Anfang September unter anderem erörtern, wie Regierungen die Fischerei und die sich ausbreitenden Palmölplantagen besser unter Kontrolle bringen können.

joe/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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hansulrich47 11.07.2016
1. Das ist leider nicht zu ändern!
Der Bevölkerungsdruck in Indonesien ist so groß, dass die Regierung Javaner nach Sumatra und Borneo einwandern lässt und ihnen Land (Urwald) gibt. Dazu kommen die riesigen Plantagen für Palmöl, das zum Kochen und zur Biodieselproduktion verwendet wírd. Den Urwald gibt die Regierung dazu zur Rodung frei. Der Qualm der brennenden Wälder in Singapore und Malaysia zu sehen und zu riechen. Da ist es kein Wunder, wenn den Orang Utans der Lebensraum ausgeht! In Anbetracht der Korruption in Indonesien wird sich das auch nicht ändern! Nette Sprüchen wird es geben, sonst nichts. ;-(((
Butenkieler 11.07.2016
2. Aussterben vieler Tierarten
das passiert nun einmal leider. Doch wo wollen wir anfangen mit dem Schützen von Tierarten. Müssen die hübsch aussehen oder beginnt es bei den Bazillen, die uns nützen müssen. Sicher von der Größe her betrifft es den Walhai. Aber auch, wenn die Haie alle ausgerottet wurden, werden nicht mehr Fische für den Menschen da sein. Werden dann andere Tiere, die auch Fisch fressen ausgerottet. Seehunde und -bären. Delfine und Killerwale. Aber vergessen wir die Quallen nicht, die die Fischbrut fressen. Also da ist dann noch viel zu tun.
moeh1 11.07.2016
3. Orang Utang
die Ursache der Artensterbens in Borneo und Sumatra ist in der Umweltpolitik der Industrielaender und damit insbesonders der EU zu suchen. Jahrzentelang wurde Palmoel besonders von der Gruenen als saubere , nachwachsende Energie gepriesen. Dass durch das abbrennen der Urwaelder und das fehlen der Baeume als CO2 Speicher mehr Kohlendioxyd in der Luft ist, ist diesen Ideologen egal !
ropppin 11.07.2016
4. Interessant
Wer sich für die Ursachen des Biodiversitätsverlust interessiert, sollte sein Augenmerk auf die Syndrome des globalen Wandels richten. Durch unangepasste Landwirtschaft, Raubbau und sonstiges Fehlverhalten zu Gunsten einer stetig wachsenden Wirtschaft leiden besonders sensible Ökozonen und schnell wachsene Industienationen unter dem Verlust von Artenvielfalt, Habitatvielfalt und Landschaftszerstörung.
ash26e 11.07.2016
5. Guter Vorschlag
Haben sie sich und Ihre Kinder schon sterilisieren lassen? Und wann gedenken sie von dieser Welt sich zu verabschieden? Über die Hälfte des Bevölkerungswachstums ist der zunehmenden Lebensdauer geschuldet! Ich ziehe hier nur die Konsequenzen aus Ihrer Herumschwadroniererei!
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