Satellitenbild der Woche In Colorado wütet das größte Feuer der Geschichte

Im US-Bundesstaat Colorado gab es in nur wenigen Monaten gleich zwei neue Feuerrekorde. Satellitenbilder machen das Inferno sichtbar und zeigen auch die Folgen der Feuerkatastrophe in Kalifornien.
Rekordbrände in Colorado: Der Bodensee reicht nicht, um die betroffene Fläche zu beschreiben

Rekordbrände in Colorado: Der Bodensee reicht nicht, um die betroffene Fläche zu beschreiben

Foto: NASA Earth Observatory

Noch nie wurden so große Feuer in Colorado und Kalifornien dokumentiert wie zuletzt. Auf 80 Prozent der Fläche im Westen der USA herrscht derzeit Dürre in unterschiedlicher Ausprägung, 40 Millionen Menschen sind davon betroffen. Im Südwesten sind die Böden besonders trocken. Teils setzten Gewitter die trockene Vegetation in Flammen.

Der Rocky Mountain National Park wurde für Besucher gesperrt. Mehrere Feuer ragen in sein Gebiet hinein. Der Nasa-Erdbeobachtungssatellit "Suomi NPP" hat die Region an der Grenze der US-Bundesstaaten Colorado und Wyoming am 16. Oktober aus dem All abgelichtet.

Echtfarben Aufnahme der Feuer links, Infrarotbild rechts
Echtfarben Aufnahme der Feuer links, Infrarotbild rechts

Echtfarben Aufnahme der Feuer links, Infrarotbild rechts

Foto: NASA Earth Observatory / NASA Earth Observatory

Besonders gut zu erkennen sind die Feuer auf der Infrarotaufnahme rechts. Die roten Bereiche zeigen aktive Brände. In der Aufnahme links ist die Region zu sehen, wie sie auf einem normalen Foto erscheint. Rauchschwaden verraten die Existenz der Brände.

Historisches Brandgeschehen

Auf der Aufnahme zu sehen ist das sogenannte Cameron Peak Feuer in Colorado. Es ist das größte Feuer, das je in dem Bundesstaat dokumentiert wurde. Es lodert bereits seit dem 13. August und brennt sich durch dichtes Holz in den Nationalwäldern von Arapaho und Roosevelt. Mitte Oktober verschärften starke Winde und anhaltend trockenes Wetter die Situation.

In den Bergen westlich und nordwestlich von Fort Collins und Estes Park sind bereits mehr als 800 Quadratkilometer Fläche abgebrannt. Das entspricht ungefähr dem eineinhalbfachen der Fläche des Bodensees. Mehr als tausend Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen und haben zwischenzeitlich etwa die Hälfte des Feuers unter Kontrolle gebracht.

Allerdings verschärften starke Winde und Trockenheit die Situation zuletzt noch einmal. Und die Prognosen für diese Woche verheißen nichts Gutes: In Colorado werden weder bedeutender Regen- noch Schneefall erwartet. Laut dem US-Dürre-Monitor  befinden sich 100 Prozent des Staates in einem Stadium der Dürre, rund 60 Prozent gelten als extrem bis außergewöhnlich trocken.

"Die Anzahl der Großbrände und das extreme Brandverhalten, das wir in diesem Jahr in unseren Wäldern beobachten, sind historisch", erklärte Monte Williams vom United States Forest Service. Laut Forschern trägt dazu auch der Klimawandel durch das gehäufte Vorkommen von Wetterextremen bei.

Es ist das zweite Mal in wenigen Monaten, dass Brände in Colorado Rekorde brechen. Erst im September hatte das sogenannte Pine Gulch Feuer mit einer Fläche von mehr als 562 Quadratkilometern eine frühere Höchstmarke aus dem Jahr 2002 knapp geknackt. 2002 waren beim Hayman Feuer rund 558 Quadratkilometer in Flammen aufgegangen.

Brandnarbe in Kalifornien

Auch in Kalifornien haben in diesem Jahr gewaltige Feuer  ihre Spuren hinterlassen. Am 19. Oktober hat der Erdbeobachtungssatellit "Landsat 8" die Narben des sogenannten August Complex Feuer im Norden des Bundesstaates dokumentiert (Aufnahme unten).

Brandnarbe des Complex Feuers: 90 Prozent unter Kontrolle

Brandnarbe des Complex Feuers: 90 Prozent unter Kontrolle

Foto: NASA Earth Observatory

Der Brand ist noch immer nicht gelöscht, jedoch zu etwa 90 Prozent unter Kontrolle. Mitte August hatten Gewitter ihn entfacht. Fast 4200 Quadratkilometer Fläche sind seither verbrannt. Das entspricht in etwa dem eineinhalbfachen des Saarlandes und der größten Fläche, die ein Feuer in Kalifornien je in einer Saison vernichtet hat.

Zuvor galt das Mendocino Complex Feuer aus dem Jahr 2018 als das größte in der Geschichte  des Staates. Es hatte auf einer Fläche von rund 1900 Quadratkilometern gelodert.

Laut den Behörden in Kalifornien  hat es in dem Bundesstaat in diesem Jahr bislang insgesamt auf einer Fläche von rund 16.700 Quadratkilometern gebrannt. Das entspricht in etwa der Fläche Thüringens. Mehr als 9200 Gebäude wurden beschädigt oder zerstört und 31 Menschen starben. Fünf der sechs größten Brände in der Geschichte Kaliforniens ereigneten sich im Jahr 2020 .

jme