Brandenburg BSE bei einem Schlachtrind nachgewiesen

In Deutschland ist nach langer Zeit wieder ein BSE-Fall bei einem Rind aufgetreten - bei einem Schlachttier in Brandenburg. Die dortigen Behörden sehen aber keine Gefahr für Verbraucher.

BSE-Schnelltest (in Essen, November 2000): "Keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher"
dpa/dpaweb

BSE-Schnelltest (in Essen, November 2000): "Keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher"


Potsdam - Erstmals seit 2009 ist in Deutschland wieder ein Fall von BSE bei einem Rind nachgewiesen worden. Das Tier aus dem Landkreis Oder-Spree hatte keine Anzeichen einer klinischen Erkrankung, wie das brandenburgische Umweltministerium mitteilte. Es ist geschlachtet und Anfang Januar einem Schnelltest unterzogen worden. Da dieser positiv ausgefallen sei, wurden die Behörden eingeschaltet.

BSE kann zu schwammartigen Veränderungen des Gehirns führen. "Es besteht aufgrund der Schutzmaßnahmen in Deutschland keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher", sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems bestätigte den Befund: Es handelt sich demnach um eine atypische BSE. "Diese Form ist eine äußerst seltene Erkrankung, die im Gegensatz zur klassischen BSE nur bei älteren Tieren und spontan entsteht", erklärte Landestierarzt Klaus Reimer. Deshalb sei auch in Zukunft mit einzelnen Fällen zu rechnen.

Die atypische Form soll im Gegensatz zur klassischen BSE nicht im Zusammenhang mit infektiösem Futter stehen. Das geschlachtete Tier wurde fachgerecht entsorgt und der Schlachthof desinfiziert. Die Herde, aus der das Tier stammte, steht unter Quarantäne. Die epidemiologischen Ermittlungen sind eingeleitet worden. Eine Infizierung von Tier zu Tier gilt als unwahrscheinlich.

Schnelltests bei allen über achtjährigen Schlachttieren

Aus vorsorglichen Gründen werde auch bei der atypischen BSE so getan, als handele es sich um die klassische Variante, erklärte Reimer. Die entsprechenden Untersuchen seien eingeleitet worden, das EU-Recht schreibe dies vor.

Generell werden im Rahmen des Verbraucherschutzes bei der Schlachtung von Rindern Risikomaterialien wie Hirn und Rückenmark entfernt und fachgerecht vernichtet. An allen über achtjährigen Schlachttieren werden außerdem BSE-Schnelltests durchgeführt.

In Deutschland wurde laut FLI 2009 zuletzt ein BSE-Rind gemeldet. Atypische Fälle seien aus den Jahren 2002 und 2004 bekannt. Von 2001 bis 2009 wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums insgesamt mehr als 400 BSE-Fälle registriert. In Brandenburg wurden 17 klassische BSE-Fälle im Zeitraum von 2001 bis 2006 nachgewiesen.

Die Tierseuche wurde erstmals 1986 in Großbritannien festgestellt. Hauptursache für die Übertragung der klassischen BSE ist nach derzeitigem Erkenntnisstand die Verfütterung von kontaminiertem Tiermehl. In Deutschland könnte die Infektion nach Angaben des Ministeriums auch auf Milchaustauschfutter zurückzuführen sein.

chs/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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renee gelduin 10.01.2014
1. optional
---Zitat--- BSE kann zu schwammartigen Veränderungen des Gehirns führen. "Es besteht aufgrund der Schutzmaßnahmen in Deutschland keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher", sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums. ---Zitatende--- lol... ja, ist klar. ---Zitat--- Aus vorsorglichen Gründen werde auch bei der atypischen BSE so getan, als handele es sich um die klassische Variante, erklärte Reimer. ---Zitatende--- Auch das ists ehr interessant. Wenn doch keinerlei gefahr besteht, wieso dann vorsorglich...
montezuma01 10.01.2014
2. Das nennt man Werbung
Beitrag über BSE gelesen, habe danach weiter runter gescrollt und siehe da abgegliedert vom Beitrag dennoch auf der selben Seite, von der App ne Mcdonalds Werbung, guten Appetit
HerbertVonbun 10.01.2014
3. Immer das Gleiche!
Für uns Verbraucher besteht (nie!) (k)eine Gesundheitsgefahr.
ANDIEFUZZICH 10.01.2014
4. Versteckspiele
Zitat von sysopdpa/dpawebIn Deutschland ist nach langer Zeit wieder ein BSE-Fall bei einem Rind aufgetreten - bei einem Schlachttier in Brandenburg. Die dortigen Behörden sehen aber keine Gefahr für Verbraucher. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/brandenburg-bse-bei-einem-schlachtrind-nachgewiesen-a-942939.html
Na sowas. Da hat sich wohl der BSE-Virus in der Asse vor dem Ozonloch versteckt.
firenafirena 10.01.2014
5. Was denn jetzt?
In einem anderen Artikel, in dem vor einer potenziellen Gefährdung durch das "neuartige Coronavirus" gewarnt wird, überschlagen sich die Kommentatoren vor Verachtung bzgl. der "Panikmache". Hier wird der Verbraucher nun angeblich wieder im Dummen gehalten und eine große Gefahr wird bewusst verschleiert... Man sehe mir nach, dass ich da eine gewisse Diskrepanz sehen möchte.
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