Brasilien Abholzung des Amazonaswaldes geht auf Rekordniveau weiter

Beim Klimaschutz kommt Brasilien eine Schlüsselrolle zu. Trotzdem werden im Amazonasgebiet immer größere Flächen des tropischen Regenwaldes zerstört – mit Rückendeckung der brasilianischen Regierung.
Regenwald-Zerstörung in Brasilien (2019)

Regenwald-Zerstörung in Brasilien (2019)

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Ricardo Moraes/ REUTERS

Im brasilianischen Amazonasgebiet sind allein im Mai 1180 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden. Dies ist etwas mehr als die Gesamtfläche Hongkongs.

Es ist der dritte Monat hintereinander, in dem die Abholzung des Amazonaswaldes Höchstwerte erreicht, wie aus Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) am Freitag hervorging. Zudem lag die abgeholzte Fläche im Mai erstmals seit Beginn der Aufzeichnung über 1000 Quadratkilometer.

Brasilien verfügt mit einem Anteil von der Größe Westeuropas über einen großen Teil des Amazonasgebiets, das sich über neun brasilianische Bundesstaaten erstreckt und als CO₂-Speicher gilt. Dem südamerikanischen Land wird deshalb eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zugeschrieben. Der US-Klimabeauftragte John Kerry hatte Brasilien im Kampf gegen den Klimawandel und zum Erhalt des Amazonasgebiets zuletzt in die Pflicht genommen.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro befürwortet die Öffnung Amazoniens für die wirtschaftliche Ausbeutung. Ihm wird vorgeworfen, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer immer mehr zur Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Zugleich wurden Umwelt- und Kontrollbehörden gezielt geschwächt. Auch zerstört der illegale Goldabbau zunehmend indigene Gebiete. Er steht häufig am Beginn einer Kette, in der dann Holzfäller und Viehzüchter folgen.

mjm/dpa