Leere Strände wegen Corona Fast 100 vom Aussterben bedrohte Babyschildkröten in Brasilien geschlüpft

Aus Angst vor Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus bleiben viele Strände in Brasilien leer. Immerhin die Natur profitiert von den Ausgangsbeschränkungen: Im Norden des Landes sind nun 97 seltene Babyschildkröten geschlüpft.
In Brasiliens Norden sind 97 vom Aussterben bedrohte Karettschildkröten geschlüpft (Symbolbild)

In Brasiliens Norden sind 97 vom Aussterben bedrohte Karettschildkröten geschlüpft (Symbolbild)

Foto: imagebroker/ imago images

Es gibt auch gute Nachrichten in Zeiten der Coronakrise: In Brasilien sind an einem einsamen Strand Berichten des britischen "Guardian" zufolge fast 100 vom Aussterben bedrohte Echte Karettschildkröten geschlüpft. Demnach erblickten die 97 Exemplare am vergangenen Sonntag in Paulista, einer Stadt im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco, das Licht der Welt. Wegen der Ausgangsbeschränkungen blieben ihre ersten Schritte beinahe unbemerkt.

Diese sind unter normalen Umständen besonders gefährlich. Weil das Muttertier seine Eier am Strand ablegt, müssen die Babys nach dem Schlüpfen den Weg ins Meer ungeschützt zurücklegen. Dabei werden sie nicht selten von unaufmerksamen Strandbesuchern übersehen und versehentlich getötet. Regierungsangestellte hielten auf Kameras fest, wie sich die winzigen Tiere ihren Weg in den Atlantik bahnen. Medienberichten zufolge  bestätigte das Rathaus der Stadt später die Geburt der Jungtiere.

Erst vergleichsweise spät, seit dem vergangenen Wochenende, rief der Gouverneur des Bundesstaates, Paulo Camara, die Bewohner dazu auf, ihre Häuser nur noch in Notfällen zu verlassen. Damit wolle er verhindern, dass sich das neuartige Virus in dem Land weiter verbreitet. Somit war es den Menschen auch untersagt, sich an der spektakulären Küste von Pernambuco zu versammeln.

Echte Karettschildkröten zählen zu den bedrohten Arten

Camara sagte dem "Guardian", dass die Maßnahmen von entscheidender Bedeutung seien, um Verhältnisse wie in Europa zu verhindern. In Pernambuco seien bislang fünf Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Der Präsident des Landes, Jair Bolsonaro, hatte das neuartige Virus lange als "kleine Grippe" bezeichnet. Zuletzt hatte er aber von der "größten Herausforderung unserer Generation" gesprochen.

Laut einer Umweltorganisation des Landes , die sich für den Schutz von Schildkröten einsetzt, zählen die Echten Karettschildkröten zu den bedrohten Arten. Die Tiere werden bis zu 110 Zentimeter lang und wiegen bis zu 85 Kilogramm. Die Tiere legen laut dem Umweltminister Paulistas, Roberto Couto, im Januar ihre Eier. Im April oder Mai schlüpfen die Babyschildkröten.

bam
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