Höchster Wert seit drei Jahren Rekord-Abholzung im Regenwald

Brasiliens Präsident Bolsonaro legt wenig Wert auf Umweltschutz - darunter leidet auch der Regenwald: Zuletzt wurden 60 Prozent mehr Fläche abgeholzt als vor einem Jahr.
Gerodetes Tropenholz (Archivbild): 769 Quadratkilometer wurden im Juni 2018 abgeholzt

Gerodetes Tropenholz (Archivbild): 769 Quadratkilometer wurden im Juni 2018 abgeholzt

Foto: Bruno Kelly/ REUTERS

Der größte Regenwald der Erde ist in akuter Gefahr. Seit Jair Bolsonaro in Brasilien an der Macht ist, wird dort immer mehr Wald abgeholzt. Aktuelle Satellitenaufnahmen der Brasilianischen Raumfahrtbehörde zeigen, dass im Juni 60 Prozent mehr Regenwald gerodet wurden als im gleichen Monat des Vorjahres, wie CNN unter Berufung auf Daten des staatlichen Weltraumforschungsinstituts INPE berichtet .

769 Quadratkilometer wurden demnach im vergangenen Monat im brasilianischen Teil des Regenwalds gerodet. Im Juni 2018 waren es noch 488 Quadratkilometer. Es ist bereits der zweite Monat in Folge, in dem die INPE deutlich mehr Abholzung registriert als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im Mai lag der Anstieg laut der Nachrichtenagentur Reuters aber noch bei 34 Prozent. Bezogen auf das gesamte erste Halbjahr 2019, erreicht die Abholzung den höchsten Wert seit drei Jahren.

Mehr als zwei Drittel des Amazonas-Regenwaldes liegen in Brasilien. Mit einer Fläche von 5,5 Millionen Quadratkilometern ist er ein gewaltiger Kohlenstoffspeicher. Ihn zu erhalten, ist unerlässlich, wenn die Klimakrise nicht weiter verschärft werden soll. Außerdem beherbergt der Wald eine riesige Vielfalt einzigartiger Pflanzen und Tiere.

Schneise im brasilianischen Regenwald (2017)

Schneise im brasilianischen Regenwald (2017)

Foto: Bruno Kelly/ REUTERS

Bolsonaro will Schutzgebiete zur Abholzung freigeben

Doch seit Jair Bolsonaro am 1. Januar 2019 brasilianischer Präsident wurde, sorgen sich Umweltschützer um das Gebiet. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, Schutzgebiete und Reservate der indigenen Bevölkerung für die wirtschaftliche Nutzung freizugeben.

Zunächst konnte INPE allerdings nicht erkennen, dass mehr abgeholzt wurde. In den ersten Monaten des Jahren gab es wenig Veränderung im Vergleich zu 2018. Das könnte allerdings auch an der Regenzeit liegen. Bis die Trockenzeit im Mai beginnt, wird üblicherweise weniger gerodet.

Die brasilianische Regierung weist die Vorwürfe zurück: "Wir tun alles, um die illegale Entwaldung zu bekämpfen", sagte Umweltminister Ricardo Salles gegenüber Reuters. "Diese Woche hatten wir 17 Kontrollteams gleichzeitig im Amazonasgebiet."

jme
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