Satellitenbild der Woche Farbzauber im Gelben Meer

Heftige Strömungen und Temperaturunterschiede lassen das Gelbe Meer vor der Küste Chinas in vielfältigen Farben erstrahlen. Nun hat ein Satellit das bunte Treiben aufgenommen und damit Hinweise auf die Ursache geliefert.

Blick auf das Gelbe Meer: Verwirbelungen färben das Wasser (zum Vergrößern auf das Bild klicken)
NASA

Blick auf das Gelbe Meer: Verwirbelungen färben das Wasser (zum Vergrößern auf das Bild klicken)


Der Großteil der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Kein Wunder also, dass die Erde auch als blauer Planet bezeichnet wird. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die Ozeane - zumindest an einigen Stellen - sehr viel farbenfroher sind, als die Bezeichnung blauer Planet vermuten lässt.

Grund für den Farbzauber sind eine Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen und Ablagerungen im Meer, die es braun, weiß, grün oder türkis erscheinen lassen, wenn sie aufgewirbelt werden. Wie das aussehen kann, zeigt ein Bild, das das Moderate-resolution Imaging Spectroradiometer (Modis) an Bord des Nasa-Satelliten "Aqua" am 24. Februar aufgenommen hat.

Im Gelben Meer, einem Teil des Chinesischen Meeres, sind die Farbenspiele besonders häufig, weil viel Bewegung im Wasser ist. "Die Region des Mohai-Meeres, des Gelben Meeres und des Ostchinesischen Meeres ist einer der dynamischsten Bereiche der Welt", erklärt Menghua Wang von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in den USA.

Warme Strömung im Gelben Meer

Die braune Färbung vor der chinesischen Küste ist durch Schlamm entstanden, wie es typisch für Küstenbereiche ist. Laut Wang tragen die geringe Wassertiefe, Gezeitenkräfte und starke Winde an der Stelle dazu bei, dass sich abgelagerte Sedimente vermischen.

Andere Verwirbelungen im Bild könnten durch Temperaturunterschiede im Wasser entstanden sein: Im Winter fließt ein vergleichsweise warmer Wasserstrom ins Gelbe Meer, der Kuroshio, auch als Japanstrom oder Schwarze Strömung bekannt. Er verändert die Oberflächentemperatur des Meeres und bringt das Wasser in Bewegung. Auf diese Weise könnten die vergleichsweise dunklen Verwirbelungen im unteren Mittelteil des Bildes entstanden sein, berichtet die Nasa.

Bislang können Forscher einzelne Partikel und Materialien anhand von Satellitenbildern nur grob unterscheiden. In den kommenden Jahren sollen zahlreiche neue Erdbeobachtungssatelliten die Untersuchungen vereinfachen. Die Daten sollen vor allem Informationen über den Einfluss des Klimawandels auf die Ozeanökologie liefern. Ein wichtiger Aspekt ist die Aufnahme und Abgabe von Kohlendioxid durch die Ozeane.

jme

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