Bunter Zweikampf Helles Köpfchen gewinnt Chamäleon-Duelle

Chamäleons wechseln nicht nur ihre Farbe, um sich zu tarnen - sondern auch, um dem Konkurrenten zu zeigen, wer der Stärkere ist. Jetzt haben Forscher herausgefunden, welcher Ton ein Tier zum Sieger macht.

Megan Best

Chamäleons machen auf Menschen meist einen friedlichen, wenn nicht gar lethargischen Eindruck. Die Zunge scheint das einzige Körperteil zu sein, das zu schnellen Bewegungen überhaupt in der Lage ist. Doch die Männchen können gegenüber ihresgleichen durchaus ungemütlich werden - auch ohne die Zunge zu bemühen. Kommt es zum Duell, schaukeln die Chamäleons hin und her, zischen und rollen ihre Schwänze ein und aus. Auch wechseln sie die Farben in verschiedenen Körperregionen.

Die Bedeutung dieser Signale sei bisher weitgehend unbekannt gewesen, schreiben Russell Ligon und Kevin McGraw von der Arizona State University in Tempe. Doch sie wollen das Rätsel nun gelöst haben: Bei Kämpfen gewinnt meistens das Chamäleon-Männchen mit dem helleren Kopf. Wichtig sei außerdem, wie schnell die Tiere ihre Farbe wechseln, schreiben die Forscher in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Die Wissenschaftler arrangierten Zweikämpfe mit zehn Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus). Dabei zeichneten sie mit speziellen Kameras die Farbveränderungen der Tiere auf. Sie definierten 28 Körperstellen, maßen dort die Schnelligkeit der Farbwechsel und die Helligkeit der Farben und setzten beides in Beziehung zum Verhalten während des Konkurrenzkampfes. Auch werteten sie ihre Daten mit statistischen Methoden aus.

Auch Schnelligkeit spricht für Kampfkraft

Wenn die Chamäleons ein wenig voneinander entfernt waren, spielten die seitlichen Streifen auf dem Rumpf eine wichtige Rolle: Je heller sie leuchteten, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass das entsprechende Tier sich in einen Kopf-zu-Kopf-Kampf mit dem Konkurrenten begeben würde. Die Streifenhelligkeit erklärte nach Angaben der Forscher 71 Prozent der Verhaltensweisen bei der Annäherung. Eine etwas geringere Vorhersagekraft habe die Helligkeit der Farben am Kopf.

Beim direkten Kampf galt dagegen: Je heller die Kopffarben, desto größer die Siegchancen. In 83 Prozent der Fälle gewann das Tier mit den helleren Farben am Kopf. Die Schnelligkeit der Farbwechsel scheint ebenfalls mit der Kampfkraft verbunden zu sein, wenn auch nicht so deutlich wie die Kopffarben.

Über die Ursachen können Ligon und McGraw nur spekulieren. So könnten die Farbhelligkeit und die Farbwechselrate mit körperlichen Prozessen wie dem Hormonhaushalt oder den Energiereserven verbunden sein. Es sei aber möglicherweise auch ein evolutionärer Vorteil, wenn ein starkes Tier schnell Kampfsignale zu einem Konkurrenten senden könne.

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mbe/dpa



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