Bericht über Naturschutzorganisation WWF arbeitet angeblich mit kriminellen Wildhütern zusammen

Gravierende Vorwürfe gegen den World Wildlife Fund: Einem Medienbericht zufolge unterstützt die Naturschutzorganisation in Ländern wie Kamerun oder Nepal Wildhüter, die schwerste Verbrechen begehen.


Das Online-Magazin "Buzzfeed" beschuldigt die Natur- und Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund For Nature (WWF), Wildhüter finanziell und logistisch zu unterstützen, die auf brutale Weise gegen Wilderer vorgehen sollen. In mehreren Ländern hätten die Parkschützer Gewalttaten nicht nur gegenüber mutmaßlichen Wilderern, sondern auch gegenüber unbeteiligten Zivilisten begangen.

Wildhüter und mit dem WWF kooperierende Paramilitärs hätten Aufgegriffene geschlagen, gefoltert oder sogar getötet, heißt es in dem Bericht. Auch von einer versuchten Vergewaltigung berichtet "Buzzfeed". Die Vorfälle sollen sich unter anderem in Nepal, Indien und Kamerun ereignet haben.

Der WWF kündigte an, die Vorwürfe in einer unabhängigen Untersuchung prüfen zu lassen. "Der Respekt vor den Menschenrechten steht im Zentrum unserer Mission", teilte die Organisation mit.

Wie "Buzzfeed" weiter berichtet, betreibt der WWF angeblich ein globales Netzwerk aus Informanten, obwohl die Stiftung dies öffentlich verneine. Auch Vorwürfe, wonach der WWF Waffen von Kriminellen in der Zentralafrikanischen Republik gekauft habe, sollen untersucht werden.

Das Online-Magazin hat eigenen Angaben zufolge etwa ein Jahr lang in sechs Ländern für den Artikel recherchiert. Die Informationen basieren demnach auf mehr als hundert Interviews und Tausenden Dokumenten, darunter vertrauliche Akten und E-Mails.

Einige der Vorwürfe von "Buzzfeed" im Überblick:

  • Der WWF soll Wildhüter unterstützt haben, die Dorfbewohner mit Gürteln, Macheten und Bambusstäben geschlagen haben sollen. Wildhüter sollen die Menschen auch sexuell missbraucht, beschossen und teils getötet haben.
  • Laut "Buzzfeed" organisierten WWF-Mitarbeiter in Asien und Afrika Anti-Wilderer-Missionen mit brutalen "Schocktruppen". Die Mitarbeiter sollen demnach auch einen Vorschlag unterzeichnet haben, der die Tötung von Eindringlingen vorsah. Der Vorschlag ging dem Bericht zufolge zurück auf einen Parkdirektor, der verantwortlich für den Mord an Dutzenden Menschen sein soll.
  • Der WWF soll Paramilitärs Gehalt gezahlt, sie ausgebildet und ausgestattet haben - darunter mit Messern, Nachtsichtgeräten, Schutzausrüstung und Schlagstöcken. Außerdem soll er Überfälle auf Dörfer finanziert haben.
  • Die Stiftung soll ein weltweites, "gefährliches und geheimes" Netzwerk an Informanten organisiert und finanziert haben, um Wildhüter mit Informationen zu versorgen. Dabei habe der der WWF stets bestritten, mit Informanten zu arbeiten.

Die Stiftung WWF wurde 1961 gegründet und ist eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt. Sie ist in mehr als 80 Ländern mit eigenen Büros vertreten und finanziert sich größtenteils aus Spenden.

hba/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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masterbird 04.03.2019
1. Wen juckts?
Nach dem "Pakt mit dem Panda" nun sowas... wunderts jmd? Wie soll eine Großorganisation auf legale Weise Erfolg haben? Insbesondere im Naturschutz schwierig, würde ich sagen... aber eigentlich haben wir größere Probleme als diese Meldung!
helmut_tholen 04.03.2019
2. Auge um Auge
Hunderte chronisch schlecht ausgerüsteter Wildhüter sind weltweit von Wilderer genau wie die bewachten Tiere getötet worden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dem WWF ausgerechnet aus diesem "Skandal" Probleme erwachsen werden, geschweige denn Sympathieverlust. Es ist für einen Naturschutzverein schon schwer, seine Mitarbeiter legal mit schweren MGs auszustatten - das ist bei Wilderern aber schon Standardausrüstung. Selbst Grzimeks Leute hatten dad Problem schon.
sit1984 04.03.2019
3. Überrascht mich nicht
Das sind nicht die ersten Korruptionsvorwürfe. Wer wissen will, wie diese scheinheilige Umweltschutz-Organisation arbeitet, sollte sich mal die Dokumentation "Der Pakt mit dem Panda" anschauen, falls sie noch irgendwo auffindbar ist, denn die Ausstrahlung hat der WWF gerichtlich verbieten lassen. Wenn man mal ein Auge drauf hat, gibt es immer wieder seltsame Vorfälle. Z.B. WWF-MitarbeiterInnen die Eisbären schützen wollen, diese dann aber mit dem Hubschrauber in gewünschte Richtungen treiben und sich für ein Facebook-Foto mit Canada Goose Jacken ablichten lassen. Ein Unternehmen, das Winterjacken aus Daunen und Echtpelzbesatz herstellt und gleichzeitig Sponsor für eine WWF-Kampagne vor etlichen Jahren gewesen ist. Wenn man solche Dinge anspricht, bekommt man aber keine Rückmeldung dazu. Da spende ich lieber für Greenpeace, oder Sea Shepherd.
hardy80 04.03.2019
4.
Tja, man kann halt nicht alles haben. Ich habe durchaus Sympathien dafür, an Wilderern ein Exempel zu statuieren. Eine bessere Abschreckung gibt's doch gar nicht.
labellen 05.03.2019
5. mit gutem Zureden allein stoppt man keine
bewaffneten Wilderer und da die meistens aus der Umgebung kommen sind Konflikte mit der Bevölkerung dabei wohl auch vorprogrammiert.
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