Sie kreisten vor mehr als hundert Millionen Jahren Flugsaurierfriedhof in der Atacamawüste entdeckt

Paläontologen haben einen seltenen Fossilienfund im Norden Chiles gemacht. Von den gut erhaltenen Knochen einer großen Gruppe Pterosaurier erhoffen sie sich Erkenntnisse zu deren Anatomie und Verhalten.
Seltener Fund: Paläontologe am Tormento-Hügel in der Atacamawüste

Seltener Fund: Paläontologe am Tormento-Hügel in der Atacamawüste

Foto: Universidad de Chile / REUTERS

Ein chilenisches Forschungsteam hat nach eigenen Angaben einen seltenen Friedhof mit gut erhaltenen Knochen fliegender Reptilien gefunden. Sie kreisten vor mehr als hundert Millionen Jahren über der Atacamawüste.

Die Fossilien gehören nach Einschätzung der Wissenschaftler zu den Pterosauriern. Diese Flugwesen lebten zeitgleich mit den Dinosauriern, hatten eine große Flügelspannweite und ernährten sich, indem sie Wasser durch lange, dünne Zähne filterten, ähnlich den Flamingos.

Eines der gefundenen Fossilien am Tormento-Hügel

Eines der gefundenen Fossilien am Tormento-Hügel

Foto: Universidad de Chile / REUTERS

Die vom Forscher Jhonatan Alarcon von der Universidad de Chile geführte Gruppe suchte schon seit Jahren nach Pterosauriern. Dieser Fund überstieg nach eigener Auskunft jedoch ihre Erwartungen.

Knochen dreidimensional erhalten

»Dies hat weltweite Bedeutung, weil derartige Funde ziemlich selten sind«, sagte Alarcon. »Fast überall auf der Welt liegen die gefundenen Überreste von Pterosauriern isoliert.« Der Fund dieses Friedhofs werde es den Forschenden erlauben, nicht nur die Anatomie der Pterosaurier zu untersuchen, sondern auch ihr Verhalten. »Wir könnten herausfinden, wie die Gruppen dieser Tiere zusammengesetzt waren, ob sie ihre Jungen aufzogen oder nicht«, sagte er.

Die gefundenen Knochen waren zudem überraschend gut erhalten. »Die meisten Pterosaurierknochen, die bislang gefunden wurden, sind flachgedrückt und gebrochen«, sagte David Rubilar, Leiter der Abteilung für Paläontologie im chilenischen Nationalmuseum für Naturgeschichte. »Von diesem Fundort aber konnten wir dreidimensionale Knochen bergen.« Das werde den Forschenden helfen, die Anatomie der Pterosaurier besser zu verstehen.

Der Fundort liegt rund 65 Kilometer entfernt von einer anderen Ausgrabungsstätte, wo weitere Pterosaurier-Fossilien gefunden würden. Die Entdeckung stützt die Hypothese der Gruppe, dass Pterosaurier auf dem Gebiet des heutigen Nordchile einst verbreitet waren.

ak/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.