China Frühmenschen sollen Pandas verspeist haben

Kleiner Schock für Panda-Liebhaber: Unsere Vorfahren dürften die beliebten Bären einst gegessen haben. Das folgert ein Forscher aus Fossilienfunden im Südwesten Chinas.

Panda-Babys in Chengdu (Sichuan): Speise der Frühmenschen?
REUTERS

Panda-Babys in Chengdu (Sichuan): Speise der Frühmenschen?


Peking - In China sind Pandabären äußerst populär. Die drolligen Bambusvertilger sind die Hauptattraktion im Zoo von Peking und das Nationalsymbol. Leider sind die Bären jedoch vom Aussterben bedroht - nur noch etwa 1600 der Tiere leben in freier Wildnis. Hinzu kommen etwa 300 Tiere in Gefangenschaft.

Glaubt man dem Wissenschaftler Wei Guangbiao, dann haben sich schon unsere Vorfahren für Panda interessiert - allerdings vor allem als Speise. Der Forscher leitet das Institute of Three Gorges Paleoanthropology am Chongqing Three Gorges Museum in der Stadt Chongqing. Diese liegt östlich der Provinz Sichuan. Wei glaubt, dass Pandas tatsächlich auf dem Speisezettel früher Menschen gestanden haben. Ausgegrabene Fossilien von Pandas würden zeigen, dass die Tiere von unseren Vorfahren getötet wurden.

Laut der Zeitung "The Chongqing Morning Post" sagte Wei: "In der damaligen Zeit brachten Menschen keine Tiere um, wenn sie diese nicht gebrauchen konnten." Deshalb müssten sie als Speise gedient haben. Die Pandas seien damals jedoch viel kleiner gewesen als heute. Nach Weis Angaben lebten die Bären im Zeitraum von vor einer Million Jahren bis vor 10.000 Jahren in den Bergen von Chongqing.

Schon seit etwa fünf Millionen Jahren bewohnen die schwarz-weißen Bären die Berggebiete am Rand des tibetischen Hochlands. Die wenigen, noch in Freiheit lebenden Tiere haben ein Verbreitungsgebiet von gerade mal 6000 Quadratkilometern in einigen voneinander isolierten Gebieten. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass die räumliche Aufspaltung gefährliche Auswirkungen auf die genetische Vielfalt hat. Der beengte Lebensraum gilt als eine der größten Gefahren für den Fortbestand der Art.

Außerdem gestaltet sich die in China mit großem Aufwand betriebene Aufzucht als schwierig. In Gefangenschaft mangelt es den Pandas an Libido, weshalb Pfleger versuchen, das Liebesleben mit allerlei Tricks in Schwung zu bringen - seien es Sex-Filme oder gymnastische Übungen für die die Hüft- und Beckenmuskulatur der Männchen.

hda/AP



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