Größte Landsäugetiere der Welt Gewaltiges Urzeit-Riesennashorn entdeckt

Die Tiere waren etwa 24 Tonnen schwer und sieben Meter hoch – in China haben Fachleute einen eindrucksvollen Verwandten heutiger Nashörner entdeckt. Ein typisches Erkennungsmerkmal fehlte ihm allerdings.
Illustration: So könnte Paraceratherium linxiaense ausgesehen haben

Illustration: So könnte Paraceratherium linxiaense ausgesehen haben

Foto: Yu Chen / dpa

Mit einer Körperlänge von etwa acht Metern und einer Höhe von bis zu sieben Metern stapfte vor mehr als 26 Millionen Jahren ein wahrlich beeindruckendes Riesennashorn durch das heutige China. Überreste des Giganten haben Forscher im Nordwesten des Landes ausgegraben.

Es handele sich bei Paraceratherium linxiaense, wie die Tiere benannt wurden, um eine bisher unbekannte Art eines Riesennashorns, berichten die Forscher im Fachmagazin »Communications Biology« . Die Tiere gehörten demnach zu den größten Landsäugetieren, die je auf der Erde umherzogen – keines hatte den Forschern zufolge längere Beine als die Riesennashörner.

26,5 Millionen Jahre alt

»Das neue Riesennashorn Paraceratherium linxiaense wog 24 Tonnen, ähnlich dem Gesamtgewicht von vier der größten Exemplare eines modernen Afrikanischen Elefanten«, erklärte Studienleiter Tao Deng von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking. Sein Schädel sei über einen Meter lang gewesen, die Schulterhöhe habe bei etwa fünf Metern gelegen.

Das Team um Deng hatte die im Linxia-Becken in der chinesischen Provinz Gansu entdeckten und auf ein Alter von etwa 26,5 Millionen Jahren datierten Knochen genau untersucht. Erhalten waren der vollständige Schädel samt Unterkiefer und ein Halswirbel eines erwachsenen Tieres, zudem weitere Wirbel eines zweiten Exemplars.

Riesiger Halswirbel von Paraceratherium linxiaense

Riesiger Halswirbel von Paraceratherium linxiaense

Foto: Tao Deng / dpa

Der Kopf der Tiere war demnach eher schlank mit einer kurzen rüsselartigen Nase, der Nacken lang. Die Nasenhöhle war im Vergleich zu anderen Riesennashörnern eher tief.

Nashornverwandter ohne Horn

Riesennashörner lebten hauptsächlich in Asien, vor allem in China, Pakistan, Kasachstan und der Mongolei, schreiben die Forscher. Einige Überreste seien auch in Osteuropa, Anatolien und dem Kaukasus gefunden worden.

Die Tiere existierten vom mittleren Eozän bis zum späten Oligozän, also in einem Zeitraum von vor gut 47 Millionen Jahren bis vor etwa 23 Millionen Jahren. Die Gattung Paraceratherium war die am weitesten verbreitete. Heutige Verwandte sind die Nashörner, Paraceratherium trug allerdings keine Hörner.

Die Forscher verglichen Merkmale der neuen Art mit denen bereits bekannter Riesennashörner. Sie schließen daraus, dass Paraceratherium linxiaense und eine weitere Art eng verwandt sind mit einer im heutigen Pakistan gefundenen Art von Riesennashorn.

Vermutlich konnten die Riesennashörner die tibetische Region durchqueren, bevor sie zu dem Hochplateau wurde, das sie heute ist und das die Verbreitung großer Säugetiere behindert hätte, schreiben die Wissenschaftler. Die Annahme werde durch Fossilfunde von Fischen und Pflanzen gestützt, die ebenfalls nahelegten, dass die Region einst auf unter 2000 Metern gelegen habe.

jme/dpa
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