Jangtse-Riesenweichschildkröte Letztes bekanntes Weibchen gestorben

Die Jangtse-Riesenweichschildkröte ist beinahe ausgestorben, nun starb das letzte bekannte Weibchen in einem chinesischen Zoo - ausgerechnet bei dem Versuch, die Art zu retten.

Eine Jangtse-Riesenweichschildkröte
National Geographic/ Getty Images

Eine Jangtse-Riesenweichschildkröte


Die Jangtse-Riesenweichschildkröte gilt als eine der seltensten Tierarten der Welt. Nur vier bekannte Exemplare gab es weltweit, zwei wild lebende in Vietnam sowie zwei im Zoo der chinesischen Stadt Suzhou. Dort starb nun eine der Schildkröten - und damit möglicherweise auch die Chance der Art aufs Überleben. Denn das Tier war das letzte bekannte Weibchen dieser Schildkrötenart.

Beim anderen Tier im Zoo von Suzhou handelt es sich um ein Männchen, das Geschlecht der beiden Tiere in Vietnam ist unbekannt. Das 90 Jahre alte Weibchen starb am Samstag, nach einem Versuch, das Tier künstlich zu besamen. Die Schildkröte erholte sich von diesem Eingriff jedoch nicht mehr. Nach dem Tod entnahmen Experten nach Angaben des Zoos von Suzhou das Eierstockgewebe des Tiers für die zukünftige Forschung.

Die Jangtse-Riesenweichschildkröte gilt als eine der größten Süßwasserschildkröten der Welt. Sie hat einen lederartigen, weichen Panzer und kann rund einen Meter lang und bis zu 140 Kilogramm schwer werden. Ihr Lebensraum erstreckt sich über das südliche China und den Norden Vietnams, durch Flussregulierungen und Dammbauten wurde der Lebensraum der Tiere jedoch weitgehend zerstört.

ene/AP

Mehr zum Thema


insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
SchneiderG 14.04.2019
1.
Die Verschmutzung und der zugenommene Schiffsverkehr der letzten 20 Jahre im Jangtse (Chang Jiang) und der Staudamm werden noch einige weiter Fluss Bewohner das Leben kosten, wie es auch den Flussdelphin getroffen. Das letzte lebende Exemplar lebte in Wuhan Institute of Hydrobiology bis zum Jahr 2002. Hatte noch die Möglichkeit bei einer Dienstreise das Tier zu sehen.
rudy09.rd 15.04.2019
2.
Und was haben die Chinesen daraus gekocht.Schildkroetensuppe mit Nashornpulver und Tigerknochen?
tomtor 15.04.2019
3. schlimmer geht immer?
Sie wollen die größte Wirtschaftsmacht werden und sind nicht mal fähig ihre wertvollsten Tierarten zu schützen. Eigentlich ist die Schildkröte doch heilig bei den Chinesen. Ein Armutszeugnis für China.
neanderspezi 15.04.2019
4. Das Aussterben vieler Spezies nimmt mit Homo sapiens Hilfe Fahrt auf
Wenn man auf die Landkarte schaut bekommt man leicht eine Vorstellung in welch riesigem Gebiet diese Weichschildkröte ursprünglich zuhause war und vielleicht auch vor nicht allzu langer Zeit häufig vorkam. Das Tier hatte aber gegenüber den Menschen sehr schlechte Karten, da es wegen seines Fleisches bejagt und wegen des lederartigen Panzers für medizinische Zwecke verwendet wurde. Eigentlich dürfte ein solches Tier, bei dem die Weibchen bis zu 60 Eier in ihren Gelegen unterbringen, gute Chancen fürs Überleben haben, wenn jedoch eine Mehrfachnutzung durch den Menschen ansteht und irgendwelche phantasievollen medizinisch nutzbare Eigenschaften bestimmten Körperteilen nachgesagt werden, gehört Aussterben in verhältnismäßig kurzer Zeit zum vom Menschen verhängten Programm. Weitere Tiere auch außerhalb Chinas beheimatet lassen diesbezüglich bis zu ihrem Aussterben grüßen, den Handel mit speziellen Körperteilen, womöglich mit angeblich gliedstärkender Wirkung, wissen wohlhabende Chinesen zu schätzen.
steppenwolf81 16.04.2019
5.
Bigotterie hat wohl jede Religion und Gesellschaft. Seltsam bei den Chinesen ist, dass sie zwar Tiere ob ihrer zugeschriebenen Bedeutung verehren, diese als essentiell für ihre Kultur sehen - und im gleichen Atemzug lebendig als Essen zerhacken oder bewusst an den Rand der Ausrottung bringen um obskure Medizin daraus zu gewinnen. China wird sicher eine wirtschaftliche Triebkraft im Zuge der Umstellung auf ökologische Technologien. Hoffentlich hält aber die gesellschaftliche Entwicklung mit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.