Studie aus China Vielfalt der Dinosaurier ging schon vor Asteroideneinschlag zurück

Schon in der Kreidezeit könnten die Dinosaurier empfindlich dezimiert worden sein. Forschende wollen Hinweise darauf in Eierschalenfragmenten aus dem Shanyang-Becken gefunden haben. An der Theorie gibt es aber Zweifel.
Mikrostruktur der Eierschalen: Die Forscher finden Hinweise zum Massenaussterben der Dinosaurier

Mikrostruktur der Eierschalen: Die Forscher finden Hinweise zum Massenaussterben der Dinosaurier

Foto: Journal of Palaeogeography

Starben die Dinosaurier tatsächlich vor 66 Millionen Jahren aus, als ein Asteroid auf die Erde einschlug? Oder war ihre Population zuvor schon angeschlagen? Forscherinnen und Forscher in China haben Überreste von Dino-Eierschalen untersucht und Hinweise darauf gefunden, dass die Vielfalt der Saurier schon zum Ende der Kreidezeit beeinträchtigt war. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift »Proceedings of the National Academy of Science«  veröffentlicht, berichtet hatte CNN .

Die meisten Informationen über Dinosaurier zum Ende der Kreidezeit stammen aus den heutigen Vereinigten Staaten, heißt es in dem Bericht. Zwar werde das Bild einer relativ großen Vielfalt der Dinosaurier vermittelt, doch sei unklar, ob in Nordamerika beobachtete Muster repräsentativ seien. Um diese Lücke im Fossilbericht zu schließen, hätten Forscher versteinerte Dinosauriereier aus dem Shanyang-Becken in Zentralchina untersucht.

Geringere Artenvielfalt in der Kreidezeit

»Unsere Ergebnisse zeigen eine geringe Artenvielfalt der Dinosaurier während der letzten 2 Millionen Jahre der Kreidezeit«, schreiben die Autoren in der Studie. Die Daten würden auf einen Rückgang der Diversität Millionen von Jahren vor der Kreide-Paläogen-Grenze hindeuten, die den Übergang von der Kreidezeit zum Paläogen vor 66 Millionen Jahren markiert. »Die katastrophalen Ereignisse am Ende der Kreidezeit, wie der Dekkan-Trapp und der Bolideneinschlag, wirkten sich wahrscheinlich auf ein bereits anfälliges Ökosystem aus und führten zum Aussterben der nonavischen Dinosaurier«, heißt es in der Studie.

Die Eier und Eierschalenfragmente repräsentieren demnach die letzten 2 Millionen Jahre der Ära der Dinosaurier. Mithilfe von Computermodellen wurden detaillierte Altersschätzungen von Gesteinsschichten von über 5000 geologischen Proben gemacht, heißt es bei CNN. Bei der Analyse seien ganze Eier und Eierschalenfragmente von nur drei Dinosaurierarten gefunden worden, was den Forschern zufolge auf eine geringe Artenvielfalt in dieser Zeitspanne schließen lasse.

Dennoch würden die Ergebnisse auf eine anhaltend niedrige Dinosaurier-Biodiversität hindeuten. »Diese Einschätzung stimmt mit den bekannten Skelettresten im Shanyang-Becken und den umliegenden Becken in Zentralchina überein«, schreiben die Autoren in der Studie. Dennoch halten sie fest: »Die Frage, ob die Artenvielfalt der nonavischen Dinosaurier vor dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit zurückging, ist nach wie vor umstritten.«

Versteinerte Eier könnten keine verlässliche Quelle der Vielfalt von Dinosauriern sein, sagte der Paläontologe Alfio Alessandro Chiarenza von der spanischen Universität Vigo CNN zufolge. Chiarenza war nicht an der Studie beteiligt. Neueren Forschungsergebnissen zufolge hätten viele Dinosaurier wahrscheinlich Eier mit weicher Schale gehabt, die eine geringe Wahrscheinlichkeit gehabt hätten, überhaupt versteinern zu können. Zudem seien von vielen Dinosaurierarten, selbst von so bekannten Arten wie dem Tyrannosaurus Rex, keine Eier gefunden worden, heißt es von Chiarenza.

»Diese Ergebnisse stehen auch im Widerspruch zu dem, was aus den Eiresten und der Vielfalt der Knochen, Zähne und anderer Überreste hervorgeht, die an Orten wie Spanien gefunden wurden, (und) zu dem, was wir aus den nordamerikanischen Aufzeichnungen wissen«, schrieb Chiarenza laut CNN. »Ich glaube also, dass diese Autoren diese Signale falsch interpretieren«. Er sei weiter überzeugt, dass der Asteroideneinschlag die wahre Ursache für das Aussterben der Dinosaurier war.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurde der Begriff Deccan Traps falsch übersetzt. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

ani
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