Cites-Konferenz in Genf Vier gute Nachrichten für den Artenschutz

183 Staaten verhandeln derzeit in Genf über den weltweiten Artenschutz. Vorschläge, den Elfenbeinhandel zu lockern, wurden bereits abgelehnt. Für den Haifang sollen künftig strengere Regeln gelten.

Großer Geigenrochen: Wer sie fischen will, muss künftig vorher die Bestände erfassen
Danny Copeland/The Pew Charitable Trusts/AP

Großer Geigenrochen: Wer sie fischen will, muss künftig vorher die Bestände erfassen


Die wegen ihrer Flossen in Asien begehrten Makohaie und Gitarrenrochen werden besser geschützt. Das hat die Mehrheit der 183 Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) beschlossen.

Insgesamt 18 Arten sollen auf den Anhang 2 des Abkommens gesetzt werden. Dort stehen bereits 20 andere Hai- und Rochenspezies. Export- und Fischereiländer müssen von den Tieren Daten erheben und dürfen diese nur noch fangen, wenn sie nachweisen, dass es deren Überleben nicht gefährdet.

Bei den aktuellen Verhandlungen im Ausschuss stimmten nicht alle Vertreter für einen stärkeren Hai- und Rochenschutz. So votierten unter anderem die USA, Neuseeland, China und Japan dagegen.

Makohai: Vier Meter lang
Matthew D Potenski/The Pew Charitable/AP

Makohai: Vier Meter lang

Schutzstatus umstritten

Der Schutzstatus der bis zu vier Meter langen Tiere ist umstritten. Nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind die Bestände in Dreiviertel des Verbreitungsgebietes stark zurückgegangen. Im Mittelmeer seien die Haie fast ausgestorben, sagte ein EU-Vertreter. Die Tiere werden auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet geführt.

Laut der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno, lässt sich aus den vorliegenden Daten dagegen nicht schließen, dass der Makohai bedroht ist.

Den Vorschlag, Gitarrenrochen besser zu schützen, hatten Senegal und Sri Lanka eingebracht. Die Flossen der Rochen gelten als eine der größten Delikatessen in China. Aus ihnen werden Fäden aus einer keratinähnlichen Substanz gezogen und als eine Art Nudel in Suppen verarbeitet. Je länger und dünner das Material, desto teurer.

Rochen: Delikatesse in China
Matthew D Potenski/The Pew Charitable Trusts/AP

Rochen: Delikatesse in China

Handel mit Nashorn bleibt verboten

Diskutiert wurde auf der Artenschutzkonferenz auch, ob das seit mehr als 40 Jahren geltenden Handelsverbot für Horn von Breitmaulnashörnern gelockert werden soll. Das kleine Land Eswatini (früher: Swasiland) zwischen Südafrika und Mosambik hatte beantragt, Horn aus seinen Lagern und von seinen 66 Nashörnern verkaufen zu dürfen. Mehr als hundert Länder wehrten den Vorstoß ab.

Auch Namibia scheiterte mit einem Nashorn-Antrag. Die Nashörner Namibias stehen zur Zeit auf Anhang 1 des Artenschutzübereinkommens, was jeglichen Handel verbietet. Die Regierung wollte die Population auf Anhang 2 herunterstufen und so den Handel mit Jagdtrophäen und den Transfer lebender Tiere etwa an Artenschutzprojekte oder Zoos ermöglichen. Die Cites-Staaten lehnten auch das ab.

Staaten im Süden Afrikas argumentieren, dass der Wildtierschutz bei ihnen funktioniert und setzen sich deshalb für laschere Schutzregeln ein. Andere plädieren dafür, dass bedrohte Arten weltweit geschützt bleiben müssen, solange sie insgesamt bedroht sind.

Elfenbeinhandel bleibt verboten

Bereits am Donnerstag hatte die Artenschutzkonferenz beschlossen, den seit fast 30 Jahren strikt verbotenen Handel mit Elfenbein vorerst nicht aufzuweichen. Sie lehnte mit großer Mehrheit Anträge von Ländern aus dem südlichen Afrika ab, die Elfenbein aus den Stoßzähnen der Elefanten zu Geld machen wollten.

Afrikanische Elefanten sind die größten Säugetiere an Land. Sie können bis zu drei Meter hoch und bis zu 6000 Kilogramm schwer werden. Nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) gab es 1980 rund 1,3 Millionen Afrikanische Elefanten. In den systematisch untersuchten Gebieten betrug ihre Zahl 2015 noch etwa 415.000.

Giraffen im Zoo
Lou Benoist/AFP

Giraffen im Zoo

Auch Giraffen sollen künftig besser geschützt werden. Ihr Fleisch, Leder und aus Giraffenbestandteilen bestehende Trophäen dürfen den Plänen zufolge künftig nur noch über Grenzen gehandelt werden, wenn das Exportland nachweist, dass die Bestände dadurch nicht weiter gefährdet werden. Gleiches gilt für die Verschiffung der Tiere an Zoos und Zirkusse.

Die Giraffenbestände sind nach Schätzungen in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent auf rund 100.000 Tiere zurückgegangen.

Alle Beschlüsse müssen zum Ende der Konferenz kommende Woche noch im Plenum bestätigt werden.

jme/dpa

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