Cites-Konferenz Japan und China scheitern mit Vorstoß gegen Hai-Schutz

Heftiger Konflikt auf der Artenschutzkonferenz in Bangkok: Japan und China haben gemeinsam mit anderen Nationen versucht, den eben erst beschlossenen Schutz von fünf Haiarten in letzter Minute noch auszuhebeln. Doch der Widerstand war überraschend heftig - und erfolgreich.
Trocknende Haifischflossen in Japan: Beschlossener Hai-Schutz bleibt bestehen

Trocknende Haifischflossen in Japan: Beschlossener Hai-Schutz bleibt bestehen

Foto: TOSHIFUMI KITAMURA/ AFP

Bangkok - Es war ein letzter Versuch, die Uhr zurückzudrehen: Mehrere Nationen unter Führung Japans und Chinas haben auf der Cites-Konferenz in Bangkok versucht, die eben erst verabschiedeten Schutzmaßnahmen für Haie wieder zu kassieren.

Am Montag hatte die Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens beschlossen, den Handel mit fünf bedrohten Haiarten in 18 Monaten einzuschränken. Vehemente Gegner der Maßnahmen, allen voran Japan und China, versuchten am Donnerstag kurz vor dem Ende der Tagung zweimal, die Debatte in letzter Minute neu zu eröffnen. Beide Anträge verfehlten aber die dafür notwendige Eindrittelmehrheit der Vertragsstaaten.

Obwohl Japan eine geheime Abstimmung beantragt und durchgesetzt hatte, meldeten sich zahlreiche Länder zu Wort, die ihre Ablehnung des Antrags protokollieren wollten, darunter afrikanische, mittel- und südamerikanische Länder.

Damit dürfen Weißspitzen-Hochseehaie, Heringshaie und drei Hammerhai-Arten künftig nur noch aus nachhaltigen Beständen in den Handel kommen. Fangnationen müssen Lizenzen ausstellen. Dafür müssen sie nachweisen, dass die erlaubte Menge das Überleben der Fischart nicht gefährdet. Die Bestände sind unter anderem durch den rasant wachsenden Handel mit den Flossen gefährdet, die in Asien als Delikatesse gefragt sind.

Naturschützer ziehen positive Bilanz

Nach einem Jahrzehnt des Stillstands hätten sich Umwelt- und Naturschutzziele gegenüber kommerzieller Ausbeutung durchgesetzt, erklärte der WWF. Erfreulich seien auch die stärkeren Schutzmaßnahmen für Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen. Nie zuvor sei der Ruf nach Sanktionen für Nichteinhaltung der Konferenzbeschlüsse so laut gewesen wie auf der diesjährigen Konferenz. "Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern, darunter Gastgeberland Thailand, China und Kenia, wurden die Daumenschrauben angelegt, sich deutlich stärker für den Schutz der bedrohten Tiere einzusetzen", so der WWF.

Die Organisation Pro Wildlife sprach von "mehr als 200 Gewinnern" der Artenschutzkonferenz, da für 65 bedrohte Tier- und 144 Pflanzenarten strengere Schutzmaßnahmen beschlossen wurden. Lediglich den Eisbären habe die Staatengemeinschaft einen strengen Schutz verwehrt. "Abgesehen von der Niederlage für die Eisbären war diese die erfolgreichste Artenschutztagung seit langem", sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Der Schutz von fünf Haiarten ist ein Meilenstein, ebenso der Schutz so vieler Reptilien, und wir sind einen entscheidenden Schritt beim Tropenwaldschutz vorangekommen."

mbe/dpa
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