Clementine und Orange Erbgut von Zitrusbäumen entschlüsselt

Erst der Apfel, jetzt die Clemetine und die Orange: Forscher haben das Genom zweier Zitrusbäume entschlüsselt. Das Wissen um die Gene könnte der Obstindustrie helfen, gegen Schädlinge resistente Pflanzen zu züchten.

Zitrusbäume: Schädlinge bedrohen Ernteerträge
SanLucar Fruit

Zitrusbäume: Schädlinge bedrohen Ernteerträge


Wissenschaftler haben erstmals das Erbgut von zwei Zitrusbaum-Arten entschlüsselt: dem Orangen- sowie dem Clementinenbaum. Vor allem die Zitrusfrüchteindustrie erhofft sich von den Fortschritten der Genomforschung wichtige Erkenntnisse. Das Wissen über die Gene soll dabei helfen, Baumerkrankungen durch Schädlinge zu verstehen - und zu verhindern. Das berichteten Forscher von der University of Florida jetzt auf der "International Plant and Animal Genome"-Konferenz in San Diego.

Vor allem eine Krankheit bereitet der Milliarden-schweren Zitrusfrüchteindustrie große Probleme: "Citrus Greening" wird sie genannt und durch durch Liberobacter-Bakterien ausgelöst. Blattflöhe verbreiten diese Bakterien-Art, die für befallene Bäume häufig den Tod bedeutet - und zu schweren Ertragsverlusten führt. Zwar dauert es einige Jahre, bis der vollkommen abgestorben ist, aber die Früchte der befallenen Bäume sind ungenießbar.

In Asien, Afrika sowie in Brasilien hat der Schädling schon ganze Plantagen ausgemerzt. Seit seiner Entdeckung 2005 breitet er sich auch in Florida rasant aus.

Nun hoffen Züchter darauf, dass man anhand der Erbgut-Sequenz jene Bereiche ausfündig macht, die eine Rolle beim Wechselspiel zwischen den Pflanzen und Bakterien spielen. Auf diese Weise könnte man eines Tages Pflanzen herstellen, deren Erbgut so modifiziert ist, dass sie gegen die Bakterien resistent sind. Wissenschaftler hatten das Erbgut des Liberobacter-Bakteriums bereits 2009 entschlüsselt. Auch das Genom des Blattflohs, der die Bakterien verbreitet, soll entziffert werden.

Ebenso haben die Forscher andere Bereiche im Erbgut der Zitrusbäume im Visier: So wollen sie beispielsweise auch jene Gene ausfindig machen, die für den Geschmack der Früchte wichtig sind. Das Ziel: Genetisch veränderte Pflanzen, die süßer schmecken und möglicherweise auch nahrhafter sind, also beispielsweise mehr Vitamine produzieren.

cib



insgesamt 9 Beiträge
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Juergen Wolfgang, 19.01.2011
1. wsd
Zitat von sysopErst der Apfel, jetzt die Clemetine und die Orange: Forscher haben das Genom zweier Zitrusbäume entschlüsselt. Das Wissen um die Gene könnte der Obstindustrie helfen, gegen Schädlinge resistente Pflanzen zu züchten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,740334,00.html
Nachdem es nur noch 5 Sorten äpfel gibt und die alten Apfelsorten nicht in Supermärkten verkauft werden dürfen (die EU unterstützt dies sogar), Getreidesaatgutlieferanten (2 weltweit) die bauern mit teurem Saatgut versorgen nun auch noch Orangen die von Monopolisten gezüchtet und verkauft werden sollen. Die Lebensmittel in Zukunft werden von einer Handvoll Saatgutlieferanten gesteuert und überwacht. Der Bauer hat keine Chance was anderes auszusääen als das was er teuer bei diesen Saatgutlieferanten bekommt. Es ist sogar so das dies Saatgut Pestiziede in noch grösserem Umfang braucht als natürliches saatgut die diese SDpritzmittel werden von den Lieferanten gleich im Paket mitverkauft Der SPON sollte mal recherchieren und veröffentlichen was diese Mafia schon alles unter sich hat.
Holzhausbau 19.01.2011
2. und die Erde ist eine Scheibe
Zitat von sysopErst der Apfel, jetzt die Clemetine und die Orange: Forscher haben das Genom zweier Zitrusbäume entschlüsselt. Das Wissen um die Gene könnte der Obstindustrie helfen, gegen Schädlinge resistente Pflanzen zu züchten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,740334,00.html
Das ganze Gen-Gepansche ist nichts als Abzocke und ein Verbrechen gegen die Natur und die Menschheit. Allein die Existenz einer Firma wie Montsanto zeigt wie verstrickt und korrupt die Regierenden sind - etwas derartiges zuzulassen.
prefec2 19.01.2011
3. Begrüßenswerte Entwicklung
Es ist immer gut wenn wir unsere Welt ein Bisschen besser verstehen. Allerdings ist das Problem der Anfälligkeit der Plantagen nicht dadurch beizukommen, dass man sich bessere Schädlingsbekämpfungstricks ausdenkt und Bakterien oder Flöhe ausradiert. Bakterien werden sich den Bedingungen anpassen und die Plantagen wieder befallen. Viel praktikabler ist ein integrierter Landbau. Also nicht eine Monokultur sondern den kombinierten Anbau von Pflanzen. Das hat viele Vorteile: 1. Die epedemieartige Ausbreitung von Schädlingen wird eingedämmt, weil die Distanzen zwischen den Pflanzen größer ist. 2. Die Landwirte liefern verschiedene Produkte, dies stabilisiert deren Einkommen selbst dann wenn eine Pflanzensorte von einer Krankheit stark in Mitleidenschaft gezogen wird. 3. Kann man sich auf diese Weise viele Gifte sparen, da durch eine geschickte Kombination an Pflanzen die Belastung des Gesamtsystems durch Schädlinge besser regulieren lässt. Beim Kaffeeanbau werden solche Ansätze bereits verfolgt. Dies kann aber auch bei Zitrusfrüchten sehr nützlich sein.
prefec2 19.01.2011
4. .
Zitat von Juergen WolfgangNachdem es nur noch 5 Sorten äpfel gibt und die alten Apfelsorten nicht in Supermärkten verkauft werden dürfen (die EU unterstützt dies sogar), Getreidesaatgutlieferanten (2 weltweit) die bauern mit teurem Saatgut versorgen nun auch noch Orangen die von Monopolisten gezüchtet und verkauft werden sollen. Die Lebensmittel in Zukunft werden von einer Handvoll Saatgutlieferanten gesteuert und überwacht. Der Bauer hat keine Chance was anderes auszusääen als das was er teuer bei diesen Saatgutlieferanten bekommt. Es ist sogar so das dies Saatgut Pestiziede in noch grösserem Umfang braucht als natürliches saatgut die diese SDpritzmittel werden von den Lieferanten gleich im Paket mitverkauft Der SPON sollte mal recherchieren und veröffentlichen was diese Mafia schon alles unter sich hat.
Es gibt noch deutlich mehr Apfelsorten im Sortiment. Aber es stimmt in Supermärkten gibt es oft nur noch die Einheitsware. Diese sollten natürlich nicht gekauft werden. Auf den Märkten und auch im Ökosupermarkt sind aber noch viele verschiedene Sorten zu haben. - Cox Orange - Braeburn - Gloster - Topaz - Holsteiner Cox - Delicius und noch ein Paar wo mit die Namen nicht einfallen und das wo ich da jede Wochen einmal dran vorbei laufe. Dazu gibt es dann natürlich noch diese Importware wie Grany Smith. Als ich noch in Baden-Württemberg gewohnt habe konnte ich dort zur Apfelzeit unglaublich viele verschiedene Sorten auf dem Markt erwerben. Bestes Bodensee-Obst und das sehr günstig vor allem bei den nicht Norm-Äpfeln. Wenn ich mir dagegen das Obst im Supermarkt ansehe frage ich mich oft ob darin noch Vitamine sind oder ob ich am Besten noch Vitamintabletten dazu nehmen soll, weil in diesem Mutanten-Obst aus dem Tiefkühllager doch eh nichts mehr drin ist. Aber dann wären wir wieder beim Konzept der saisonalen Ernährung.
prefec2 19.01.2011
5. .
Zitat von HolzhausbauDas ganze Gen-Gepansche ist nichts als Abzocke und ein Verbrechen gegen die Natur und die Menschheit. Allein die Existenz einer Firma wie Montsanto zeigt wie verstrickt und korrupt die Regierenden sind - etwas derartiges zuzulassen.
In der Tat. Dazu kommt aber auch, dass die meisten Menschen nicht willens sind Nein zu sagen. Ich muss keine Billiglebensmittel mit fragwürdige Qualität essen. Das muss ich selbst als Existenzminimumsbezieher nicht tun. Aber nachdenken ist ja nicht gefragt. Wer beim Wählen nicht nachdenkt und beim konsumieren nicht nachdenkt muss sich über Dioxin-Eier-Gepansche und Genfood nicht wundern. Ich bin mir absolut sicher, dass jeder Hauptschüler in der Lage ist die notwendigen Sachverhalte zu verstehen. Und wenn dem so ist, sollten im Grunde alle (bis vielleicht die wenigen Menschen) in der Lage sein sich da sinnvoll zu verhalten. Sie sind aber allesamt zu faul dazu. Wie das zu ändern ist das weiß ich allerdings nicht. Vielleicht hat ja mal jemand Vorschläge.
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