Klimaschutz-Rangliste 17 Konzerne senken Treibhausgas-Ausstoß deutlich

BMW, Daimler, Bayer: Die Konzerne stoßen große Mengen Treibhausgase aus - und landen doch an der Spitze einer Umwelt-Rangliste für Deutschland, Schweiz und Österreich. Der Wettbewerb soll Klimaschutzmaßnahmen belohnen.
Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen: "Emissionsverringerungen und Umweltschutz-Reformen belohnen"

Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen: "Emissionsverringerungen und Umweltschutz-Reformen belohnen"

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Hamburg/München - Die Umweltorganisation CDP hat 350 börsennotierte Unternehmen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich auf ihre Klimaschutz-Maßnahmen getestet. Bewertet wurde, wie effektiv sich Firmen bemühen, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu senken und wie bereitwillig sie Auskunft geben über ihre Aktivitäten zum Umweltschutz.

Am besten schnitten paradoxerweise Konzerne mit zumeist hohen Kohlendioxid-Emissionen (CO2) ab: Chemieriese Bayer, die Autobauer BMW, Daimler und der Energiekonzern EnBW landeten unter den ersten Fünf, zusammen mit der Commerzbank (siehe Tabelle unten).

"Mit dem Climate Performance Leadership Index wollen wir Emissionsverringerungen und Umweltschutzreformen belohnen", sagt Susan Dreyer von CDP (Carbon Disclosure Project). Entscheidend für den Index sei folglich nicht, wie viel CO2 eine Firma erzeugt, sondern ob sie ihren Ausstoß verringert.

Detaillierte Pläne erstellt

Bayer etwa wolle bis 2020 Energie zehn Prozent effizienter nutzen und seine Treibhausgasemissionen um ein Fünftel gegenüber 2012 senken. BMW habe für alle Firmenteile detaillierte Pläne erstellt, die den CO2-Ausstoß senken sollen. Daimler verfüge mittlerweile über ein "zentrales CO2 Projektteam". 17 Firmen hätten ihren Ausstoß an Treibhausgasen um mindestens vier Prozent gesenkt, darunter die Spitzenreiter.

CDP-Klimaschutz-Rangliste der größten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Unternehmen Land
Bayer AG Deutschland
BMW AG Deutschland
Commerzbank AG Deutschland
Daimler AG Deutschland
EnBW Energie Baden-Würtemberg AG Deutschland
Generali Deutschland Holding AG Deutschland
MAN SE Deutschland
Raiffeisen Bank International AG Österreich
RWE AG Deutschland
SAP AG Deutschland
SGS SA Schweiz
Siemens AG Deutschland
UBS AG Schweiz
Syngenta International AG Schweiz
VERBUND AG Österreich
Volkswagen AG Deutschland
Zurich Insurance Group Schweiz

187 der 350 befragten Unternehmen seien aufgrund positiv bewerteter Aktivitäten in den Index aufgenommen worden. Sie hätten 2013 zusammen 33 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart - das entspreche ungefähr der Menge, die der Berliner Autoverkehr in sechs Jahren erzeuge. Allerdings seien nur die Emissionen gesunken, die die Konzerne direkt erzeugten. Bei eingekauften Produkten seien 2013 drei Prozent mehr CO2 angefallen als 2012.

Welche Unternehmen haben den größten Nachholbedarf beim Klimaschutz? "Darüber reden wir nicht so gerne öffentlich, sondern lieber direkt mit den Unternehmen", sagt Dreyer. Handlungsbedarf gäbe es insbesondere bei Konzernen, die sich der Offenlegung ihrer Daten verweigert hätten. "Die größten Nicht-Teilnehmer waren Munich Re und Swatch", sagt Dreyer.

99 Firmen mit konkreten Plänen

Das CDP-Rating messe zu wenig Kriterien, erklärt Munich Re: "Es betrachtet nur eine Dimension der Nachhaltigkeit". Man habe sich deshalb gegen eine Teilnahme an der Umfrage entschieden. Swatch kann sich an keine Anfrage von CDP erinnern.

Mehr als zwei Drittel der an der Umfrage beteiligten Firmen hingegen hätten alle erforderlichen Angaben gemacht, erklärt CDP. 99 Firmen hätten konkrete Pläne, wie sie ihre Treibhausgasemissionen senken wollen.

Allerdings hätte lediglich ein Achtel der befragten Firmen befriedigende Auskünfte über die Abgase gemacht, die im Gefolge ihrer Lieferketten entstünden. Dabei machten diese Emissionen manchmal das Vierfache der direkten Emissionen eines Unternehmens aus. "Damit drohen die Anstrengungen wertlos zu werden, wenn man gleichzeitig bei klimaunfreundlichen Zulieferern etwa in Asien einkauft", sagt Dreyer.

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