CO2 in Ozeanen Versauerung der Meere schadet auch Seesternen

Mehr CO2 in der Atmosphäre bedeutet auch mehr CO2 in den Meeren. Das Treibhausgas wird im Wasser zu Kohlensäure und macht kalkbildenden Korallen zu schaffen. Aber auch Seesterne leiden unter der zunehmenden Versauerung der Ozeane.

Seestern: In saurer Umgebung ist es schwieriger für die Tiere, Kalkstrukturen aufzubauen
Corbis

Seestern: In saurer Umgebung ist es schwieriger für die Tiere, Kalkstrukturen aufzubauen


Kiel - Die Versauerung der Ozeane bedroht höchst wahrscheinlich mehr Meeresbewohner als bisher angenommen. Auch Seesterne, Seeigel und andere Stachelhäuter (Echinodermaten) leiden unter den negativen Folgen, wie die Studie einer Forschergruppe um Mario Lebrato vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) zeigt. Erste Versuche ließen auf "dramatische Auswirkungen" schließen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift " Ecology Monographs". In saurer Umgebung sei es schwieriger für Stachelhäuter, haltbare Kalkstrukturen aufzubauen.

Die Versauerung der Meere ist eine Konsequenz der Verbrennung von Öl, Kohle und Erdgas. Mehr CO2 gelangt durch die Verbrennung in die Atmosphäre, aber auch die Ozeane nehmen das Treibhausgas vermehrt auf - im Wasser entsteht daraus Kohlensäure, die Meere werden saurer. Bisher hatte man die negativen Auswirkungen der Versauerung vor allem an kalkbildenden Korallen und Muscheln untersucht.

Nach Meinung der Forscher spielen die Stachelhäuter eine viel größere Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf als vermutet: Um ihre Schutzhüllen oder Skelette zu bilden, verbrauchen sie anorganischen Kohlenstoff aus dem Wasser. Diesen Kohlenstoff geben Seesterne und andere Stachelhäuter an den Meeresboden ab, wenn sie sterben. Anders als der von Plankton oder Algen aufgenommene Stoff wird er also nicht wieder im Meer gelöst.

"Unsere Abhandlung verdeutlicht, dass wir erst wenig über die weitreichenden Kohlenstoffprozesse wissen, in die kalkbildende Arten wie Echinodermata eingebunden sind", sagte Teamleiter Mario Lebrato. Er forderte, den Beitrag der am Meeresboden lebenden Organismen zum globalen Kohlenstoffzyklus neu zu bewerten.

lub/dpa



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