Treibhausgas CO2 erstmals dauerhaft über Rekordschwelle

Die Kohlendioxid-Werte eilen weiter von Rekord zu Rekord. Über der Nordhalbkugel lag die CO2-Konzentration erstmals einen ganzen Monat lang über dem symbolischen Schwellenwert von 400 Teilen pro Million. Im Pazifik sah es ähnlich aus.
Heizkraftwerk in China: CO2-Emissionen steigen ungebremst

Heizkraftwerk in China: CO2-Emissionen steigen ungebremst

Foto: JON WOO/ REUTERS

Genf - Die Konzentration des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (C02) hat in der Atmosphäre der nördlichen Halbkugel der Erde einen neuen monatlichen Höchststand erreicht. Sie habe dort im April zum ersten Mal durchgehend den Wert von 400 ppm (parts per million, Teilen pro Million) überschritten, teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Montag in Genf mit. Vor der Industrialisierung lag die CO2-Konzentration bei 278 ppm.

Die 400-ppm-Schwelle wurde erstmals im Sommer 2012 und seitdem mehrfach überschritten, allerdings immer nur kurzzeitig und an einzelnen Orten. Inzwischen jedoch liegen die Werte auch über längere Perioden über diesem Wert, und das in völlig unterschiedlichen Weltregionen. So meldete die Messstation am pazifischen Vulkan Mauna Loa Anfang Mai Ähnliches wie jetzt die WMO: Im April hätte die CO2-Konzentration an jedem Tag über 400 ppm gelegen. Es sei das erste Mal seit Beginn der Messungen im Jahr 1958 geschehen, dass der Wert einen ganzen Monat lang überschritten worden sei.

Das Erreichen der 400-ppm-Schwelle beweist laut WMO erneut, dass die Verbrennung fossiler Energieträger und andere Aktivitäten von Menschen Ursache der Zunahme von Treibhausgasen seien, die das Klima erwärmen. Alle Messstationen des WMO-Netzes in der nördlichen Hemisphäre hätten im Frühjahr Rekordwerte bei der CO2-Konzentration gemeldet. Global werde mit dem Überschreiten des durchschnittlichen Jahreswertes von 400 ppm 2015 oder 2016 gerechnet, erklärte die Uno-Organisation.

"Dies sollte als eine weitere Warnung vor der konstanten Zunahme an Treibhausgasen dienen, die den Klimawandel vorantreiben", erklärte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. "Wir brauchen dringende Aktionen zur Eindämmung neuer Emissionen dieser Gase, wenn wir unseren Planeten für künftige Generationen bewahren wollen."

mbe/dpa