Paarungssignale Fitte Vögel zeigen aufwendige Muster

Knallige Farben und pompöse Federkleider verraten, wer in der Vogelwelt der Stärkste ist. Dabei kommt es offenbar auf Details an: Je komplexer die Zeichnung auf dem Gefieder, desto gesünder das Tier, berichten Forscher. Sie analysierten Vogelfotos mit Hilfe der Geometrie.
Rothuhn: Gute Kerle erkennen Weibchen am feingliedrigen Gefieder

Rothuhn: Gute Kerle erkennen Weibchen am feingliedrigen Gefieder

Foto: Hans Hut

London - Bei der Partnerwahl kommt es Vögeln vor allem auf das Aussehen an: Dass ein Artgenosse fit ist und daher als Partner in Frage kommt, erkennen die Tiere an langen Federn oder deren bunten Farben. Doch auch die Musterung im Gefieder verrät offenbar den Gesundheitszustand eines Vogels, berichten spanische Biologen im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". 

Die Forscher untersuchten die Tüpfelmuster im Halsgefieder des Rothuhns (Alectoris rufa), eines in Spanien vorkommenden Verwandten des Rebhuhns. Dazu berechneten sie aus Fotos die fraktale Dimension der Musterung: Sie beschreibt, wie groß einzelne Muster auf dem Gefieder sind und wie sie sich zusammensetzen. Dabei spielt die Selbstähnlichkeit eine wichtige Rolle - also wie häufig sich einzelne Musterbestandteile in verschiedenen Größen wiederholen.

Die Auswertung zeigt: Je besser genährt ein Rothuhn ist und je stärker sein Immunsystem, desto ausgeprägter und komplexer ist das Muster seines Halsgefieders. Vögel, die vor der Mauser künstlich auf Diät gesetzt worden waren, zeigten im Vergleich zu Kontrolltieren unabhängig von der Größe der Fleckenfläche weniger ausgeprägte Muster.

Rothühner haben am Hals dunkle, pfeilförmige Flecken. Weiter unten geht das Gefieder in ein lockeres Fleckenschema über.

Offenbar enthalten die Details in der Musterung wichtige Informationen für die Partnerwahl, schließen die Wissenschaftler. Bisher hatten Forscher fast ausschließlich Merkmale wie Farben oder die Größe von Farbflächen ausgewertet. Mit Hilfe der fraktalen Geometrie könne man auch schwer fassbare Unterschiede in den Mustern bestimmen, so die Forscher.

jme/dpa
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