Glossar zur Klimakrise Der Kohleausstieg

Sollen die Klimaziele eingehalten werden, muss die Welt ihren Kohlekonsum rasch einstellen. Doch wie weit sind die Staaten damit? Der Klima-Begriff der Woche.
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Was bedeutet Kohleausstieg?

Kohle ist auch in der modernen Welt immer noch einer der wichtigsten Energieträger. Bei ihrer Verbrennung entsteht allerdings viel klimaschädliches CO2. Mit dem Ausstieg aus der Kohle will man nun eine Wende hin zu einer klimaneutralen Energieerzeugung erreichen. Das bedeutet, dass benötigte Energie künftig zum größten Teil nur noch etwa durch Wind-, Solar- oder Wasserkraft erzeugt und fossile Verbrennungstechnologien, die viel klimaschädliches CO2 ausstoßen, aufgegeben werden sollen. Der Weg dahin ist aber noch weit, und nicht alle Staaten folgen den Forderungen der Wissenschaft.

Warum ist der Kohleausstieg so wichtig für das Klima?

Kohleenergie ist zwar noch vergleichsweise günstig, aber sie ist auch ein Problem für das Klima, denn rund 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf die Strom- und Wärmeerzeugung zurück, wobei der Anteil der Kohleverstromung bei rund 30 Prozent liegt. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA  ist allein der CO2-Ausstoß durch die Verbrennung von Kohle für mehr als ein Viertel des globalen Temperaturanstiegs von derzeit über ein Grad Celsius verantwortlich. Damit ist die Kohle die größte Einzelquelle für die aktuelle weltweite Erwärmung.

Braun- und Steinkohle sind auch in Deutschland bislang noch die wichtigsten Energieträger. Knapp 30 Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung stammt aus diesen Ressourcen, vor allem aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Um die internationalen Klimaziele einzuhalten, muss die Erzeugung von Kohleenergie überall deutlich zurückgefahren werden. Berechnungen auf Grundlage des IPCC-Sonderberichts über eine globale Erwärmung von 1,5 Grad gehen von einem notwendigen weltweiten Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2040 aus. Klimaforscher fordern deswegen, CO2-Emissionen insgesamt höher zu bepreisen, damit Kohle unwirtschaftlicher wird.

Der Weg dahin ist aber lang. Deutschland fördert schon länger den Ausbau erneuerbarer Energien, doch hat es gerade erst beschlossen, seine letzten Kohleblöcke erst 2038 vom Netz zu nehmen. Andere Industriestaaten gehen einen ähnlichen, manchmal auch schnelleren Weg. Europaweit beabsichtigen 15 Länder, aus der Kohle auszusteigen, die meisten aber deutlich früher als die Deutschen. Zehn sind bereits frei von Kohlestrom, darunter Österreich, Belgien oder Schweden. In den USA dagegen zeigte Donald Trump, bis vor Kurzem noch US-Präsident, kein Interesse an einem Kohleausstieg, obwohl die USA hinter China und Indien drittgrößter Kohlestromproduzent weltweit sind. Allerdings ging die Energieerzeugung aus Kohle im Jahr 2019 auch in den USA um 15 Prozent weiter zurück. Unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden von den Demokraten zeichnet sich eine Wende in der Klimapolitik ab. Als ersten Schritt veranlasste er die Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen, aus dem Trump zuvor ausgestiegen war. China hat dagegen sogar neue Kohlemeiler in Planung.

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