Bericht der Weltwetterorganisation Fünfmal so viele Naturkatastrophen wie in den Siebzigerjahren

Stürme, Überschwemmungen, Dürren: Wetterkatastrophen ereignen sich weltweit rund fünfmal häufiger als in den Siebzigerjahren, so die Weltwetterorganisation. Auch die Schäden haben zugenommen.
Überschwemmungen in Louisiana durch Hurrikan »Ida«

Überschwemmungen in Louisiana durch Hurrikan »Ida«

Foto: Steve Helber / AP

Die Zahl der wetter- oder klimabedingten Naturkatastrophen ist seit 1970 deutlich gestiegen. Zwischen 2000 und 2009 waren es fünfmal so viele Stürme, Überschwemmungen, Dürren und extreme Hitzeereignisse wie damals, berichtet die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf in einem Bericht. 

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In den Siebzigerjahren ereigneten sich weltweit durchschnittlich 711 Wetterkatastrophen pro Jahr, doch von 2000 bis 2009 stieg diese Zahl auf 3536 pro Jahr oder fast zehn pro Tag. Seit 2010 ging die durchschnittliche Zahl der jährlichen Katastrophen etwas zurück und lag bei 3165, so der Bericht, der sich auf Daten des Centre for Research on the Epidemiology of Disasters in Belgien stützt.

Insgesamt wurden von 1970 bis 2019 rund 11.000 solcher Katastrophen gemeldet, die für den Report untersucht wurden. Dabei zeigte sich: Heute kommen weniger Menschen bei Katastrophen um als damals. In den Siebziger- und Achtzigerjahren starben im Durchschnitt etwa 170 Menschen pro Tag weltweit. Seit 2010 ist diese Zahl auf etwa 40 pro Tag gesunken. Weil heute mehr Menschen in mehr Ländern frühzeitig vor nahenden Unwettern gewarnt werden können, fordern diese Katastrophen weniger Opfer.

»Die gute Nachricht ist, dass wir lernen, mit dem Risiko zu leben und uns zu schützen«, sagte Susan Cutter, Direktorin des Hazards and Vulnerability Research Institute an der Universität von South Carolina, die nicht an dem Bericht beteiligt war. »Auf der anderen Seite treffen wir immer noch dumme Entscheidungen darüber, wo wir unsere Infrastruktur hinstellen. Aber das ist in Ordnung. Wir verlieren keine Menschenleben, wir verlieren nur Dinge«, sagt sie.

Mehr als 90 Prozent der mehr als zwei Millionen Todesopfer sind in Ländern zu beklagen, die die Vereinten Nationen als Entwicklungsländer bezeichnen, während fast 60 Prozent der wirtschaftlichen Schäden in reicheren Ländern entstanden sind. Die finanziellen Schäden durch Ereignisse wie Überschwemmungen oder Hitzewellen beliefen sich in der Zeit von 1970 bis 2019 auf 3,64 Billionen Dollar. Insgesamt sind finanzielle Schäden durch Wetterextreme gestiegen: von 175,4 Milliarden Dollar in den Siebzigern auf 1,38 Billionen Dollar in der letzten Dekade des Studienzeitraums.

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Der Grund für die Zerstörung ist, dass immer mehr Menschen in Gebieten leben, in denen das Risiko für eine Katastrophe erhöht ist. Dazu kommt der Klimawandel, der Wetterkatastrophen verstärkt. »Die Zahl der Wetter-, Klima- und Wasserextreme nimmt zu und wird infolge des Klimawandels in vielen Teilen der Welt häufiger und heftiger werden«, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Die fünf Wetterkatastrophen mit den höchsten Schäden seit 1970 waren allesamt Stürme in den Vereinigten Staaten, angeführt vom Hurrikan »Katrina« aus dem Jahr 2005. Die fünf tödlichsten Wetterkatastrophen ereigneten sich in Afrika und Asien, angeführt von der Dürre und Hungersnot in Äthiopien Mitte der Achtzigerjahre und dem Zyklon »Bhola« in Bangladesch im Jahr 1970.

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Für den Bericht haben die Katastrophen- und Wetterexperten der Uno Wetterkatastrophen aus 50 Jahren ausgewertet. Nicht berücksichtigt sind Katastrophen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche.

joe/dpa/AP

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