Indischer Ozean Deutschland beantragt Lizenz zu Metallsuche vor Mauritius

Im Rennen um wertvolle Rohstoffe aus der Tiefsee hat Deutschland nun eine Lizenz für den Indischen Ozean beantragt. Geologen haben dort polymetallische Sulfide entdeckt, die für die zukünftige Rohstoffversorgung entscheidend sein könnten.

DER SPIEGEL

Hamburg - Deutschland zählt zu den wenigen Nationen, die um den weltweit ersten Tiefseebergbau wetteifern. Auf dem Meeresgrund schlummern in polymetallischen Sulfiden Edelmetalle und Spurenelemente, die etwa zur Herstellung von Handys notwendig sind. Im Rennen um die wertvollen Rohstoffe hat Deutschland jetzt eine Lizenz für den Indischen Ozean beantragt.

Die Lizenz kostet 500.000 Dollar (361.000 Euro) und sichert Deutschland für mindestens 15 Jahre den exklusiven Zugang zu den Schätzen auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratkilometern südöstlich von Madagaskar. Das teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover mit, die sich im Auftrag des Bundesenergieministeriums um die maritime Rohstofferkundung kümmert. Zuständig für die Vergabe der Lizenz ist die Internationale Meeresbodenbehörde ISA.

Bereits zum dritten Mal waren BGR-Wissenschaftler vom 22. Oktober bis zum 21. Dezember mit dem Forschungsschiff "Sonne" südöstlich von Madagaskar unterwegs. Sie erkundeten das Gebiet auf polymetallische Sulfide, die an sogenannte Hydrothermalfelder geknüpft sind. Die massiven Sulfide enthalten neben hohen Anteilen an Buntmetallen auch Gold und Silber sowie verschiedene Spurenelemente. Ein Großteil dieser Elemente wird zur Herstellung von Computern, Handys, Fernsehern oder Windkraftanlagen benötigt. Die polymetallischen Sulfide könnten in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung Deutschlands leisten, betonte die BGR.

Lizenz für den Pazifik gibt es bereits

Weltweit gibt es bisher noch keinen Tiefseebergbau. Eine Handvoll Staaten und private Unternehmen bereiten sich allerdings darauf vor. Deutschland hält schon Erkundungslizenzen für den Pazifik. Ziel sei es, einen politisch sicheren Zugang zu bestimmten Rohstoffen zu bekommen, sagte der Fachbereichsleiter für Marine Rohstofferkundung bei der BGR, Christian Reichert. Zudem gehe es darum, der deutschen Technik und Entwicklung Impulse zu geben.

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An der Expedition mit dem Forschungsschiff "Sonne" waren auch Experten der Universität Kiel, des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung in Wilhelmshaven sowie kanadische Forscher beteiligt. Mit Hilfe eines ferngesteuerten Fahrzeugs vom Geomar in Kiel konnten die Wissenschaftler einen Temperaturrekord für den Indischen Ozean messen. Die Temperatur an einer hydrothermalen Quelle in 3300 Meter Tiefe betrug plus 418 Grad Celsius.

Der Meeresboden wird als "Bergwerk" für die Industrie zunehmend bedeutend. Für die Experten der BGR aus Hannover ist das Schürfen nach Rohstoffen im Meeresboden eine reale Chance, der rohstoffarmen Bundesrepublik wichtige Ressourcen zu sichern. In nicht allzu ferner Zukunft könnten Chip- und Stahlhersteller einen Teil ihrer Feinmetalle aus den Tiefen des Pazifiks beziehen.

nik/dpa



insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
ofelas 28.12.2013
1. wuerde mich interessieren
wer vergibt diese Lizenz bitte, laut Karte muesste das Gebiet sehr weit ausserhalb der 200 Meilen Zone liegen
Atomkrafteimer 28.12.2013
2. Toll
Zitat von ofelaswer vergibt diese Lizenz bitte, laut Karte muesste das Gebiet sehr weit ausserhalb der 200 Meilen Zone liegen
Lieben Sie das auch so, wenn Leute Artikel kommentieren, ohne sie gelesen zu haben? "Zuständig für die Vergabe der Lizenz ist die Internationale Meeresboden Behörde ISA." Zur Vertiefung: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Meeresbodenbeh%C3%B6rde
misprint 28.12.2013
3. Ein Witz.
Zitat von ofelaswer vergibt diese Lizenz bitte, laut Karte muesste das Gebiet sehr weit ausserhalb der 200 Meilen Zone liegen
Steht im Text. Die ISA (International Seabed Authority) vergibt die Rechte, und deren Aufgabe ist es - laut Wikipedia - "Bodenschätze der Tiefsee als "gemeinsames Erbe der Menschheit" zu verwalten". Da leuchtet es doch total ein für läppische 500 000€ mal eben Schürfrechte für 15 Jahre an eine Nation zu vergeben. *Ironie off*
_unwissender 28.12.2013
4. Sie kennen Wikipedia nicht?
Zitat von ofelaswer vergibt diese Lizenz bitte, laut Karte muesste das Gebiet sehr weit ausserhalb der 200 Meilen Zone liegen
Das gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Meeresbodenbeh%C3%B6rde
terviseks 28.12.2013
5. optional
Sobald die Grünen das mitkriegen, gibts wird eh eingestellt, weils da bestimmt irgendeine geschützte Art gibt.
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