Trockener Boden in Deutschland Waldbrandgefahr teilweise hoch

Geringe Luftfeuchtigkeit und lange Sonneneinstrahlung haben die Böden in Deutschland ausgetrocknet. Vor allem im Osten melden Fachleute eine hohe Waldbrandgefahr.
Waldbrand bei Ratingen in Nordrhein-Westfalen im Juni 2021

Waldbrand bei Ratingen in Nordrhein-Westfalen im Juni 2021

Foto: Polizei / dpa

Das Wetter der vergangenen Tage hat Böden in Teilen Deutschlands die Feuchtigkeit entzogen. In mehreren Regionen im Osten, in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern besteht mittlere bis sehr hohe Waldbrandgefahr, zeigt der Waldbrand-Gefahrenindex  des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Foto: DWD

Am höchsten ist das Risiko für Brände im Osten der Republik. Die Karte der aktuellen Gefährdungslage in Sachsen (hier ) zeigt fast überall die Warnstufen orange bis dunkelrot, was mittlerem bis sehr hohem Risiko entspricht. Besonders betroffen ist der Norden des Landkreises Bautzen und die darüber liegenden Regionen in Brandenburg – dort gilt Gefahrenstufe fünf.

In fast allen anderen Teilen des Bundeslandes Sachsen gilt die zweithöchste Risikostufe vier. Teile des Landkreises Meißen und die Regionen um Leipzig und Zwickau sind mit mittlerem Risiko gekennzeichnet. Lediglich in einem kleinen Streifen im Vogtland und Erzgebirge an der tschechischen Grenze ist die Lage entspannt.

In Chemnitz und Schwarzenberg meldete die Polizei  am Samstag Brände in einem Waldstück und auf einer Wiese. Sie vermutet Brandstiftung durch Feuerwerkskörper und ermittelt. Gelten Gefahrenstufe vier oder fünf, ist die Bevölkerung angewiesen, Wälder möglichst nicht zu betreten und auf jeden Fall auf den Hauptwegen zu bleiben. Regionale Behörden können individuell weitere Maßnahmen in Kraft setzen

Vereinzelt Brände

Auch in Mecklenburg-Vorpommern hat es zuletzt wenig geregnet. Laut der Forstbehörde (Karte hier ) herrscht in sieben von neun Regionen die mittlere Warnstufe drei. So etwa in den Regionen Jasnitz, Radelübbe, Sandhof, Güstrow, Mirow, Neubrandenburg und Torgelow. Der Gefahrenstreifen zieht sich somit vom Westen des Bundeslandes bis an die Grenze nach Brandenburg am Müritz-Nationalpark. Der DWD sieht in weiten Bereichen von Mecklenburg-Vorpommern sogar Gefahrenstufe vier.

Auf der Insel Usedom brannte auf einem Hektar am Samstag in der Nähe von Lütow ein Küstenwald. Auch hier ermittelt die Polizei  wegen fahrlässiger Brandstiftung.

In Brandenburg und Berlin herrscht derzeit überall die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe (Übersichtskarte hier ). Auch der Osten von Sachsen-Anhalt ist laut DWD betroffen. Im restlichen Gebiet des Bundeslandes herrscht die mittlere Gefahrenstufe. Das Gleiche gilt größtenteils für Thüringen. In Niedersachsen warnten die Landesforsten bereits vergangene Woche  vor hoher Waldbrandgefahr.

In fast ganz Niedersachsen herrscht derzeit die Gefahrenstufe drei, vor allem der Osten ist betroffen. In Teilen der zentralen und östlichen Lüneburger Heide, wo Kiefernwälder wachsen, und ganz im Osten des Bundeslandes, ist die zweithöchste Gefahrenstufe vier angegeben. In Bayern gilt größtenteils Gefahrenstufe drei, im Osten gibt es mitunter jedoch ebenfalls sehr trockene Gebiete mit Stufe vier.

Zwischenzeitliche Entspannung

Zur großen Trockenheit tragen besonders die derzeit geringe Luftfeuchtigkeit und viele Sonnenstunden bei. Gras und Reisig entzünden sich dann leicht, eine unachtsam weggeworfene Zigarette oder eine Scherbe als Brennglas können ausreichen, um ein Feuer zu entfachen. Am Samstag twitterte der DWD ein Satellitenbild von Deutschland bei nahezu wolkenfreiem Himmel.

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Für die kommenden Tage sind jedoch Schauer angekündigt. Bis zum Mittwoch sinkt die Brandgefahr dadurch voraussichtlich zunächst im gesamten Bundesgebiet, dürfte ab Donnerstag aber wieder zunehmen. Bereits am Freitag rechnet der DWD erneut mit mittlerer Brandgefahr in weiten Gebieten im Osten und Süden des Landes.

jme
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