Müllbilanz Jeder Deutsche produziert jährlich 462 Kilo Abfall

In Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder mehr Müll angefallen, zeigt eine Analyse des Statistischen Bundesamts. Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen - beim Biomüll.
Mülltonnen

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In Deutschland werden immer mehr Bioabfälle eingesammelt. Im vergangenen Jahr etwa 125 Kilogramm pro Einwohner - ein neuer Höchststand, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Grund für die positive Entwicklung sei die Einführung der Biotonne. Seit Anfang 2015 ist die getrennte Verwertung von organischem Abfall in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Und wer nicht selbst kompostiert, bekommt eine Biomülltonne mit braunem Deckel.

In den Tonnen werden wertvolle Rohstoffe für die Herstellung von Biogas und Düngemittel gesammelt. Mit ihrer Hilfe lässt sich Bioenergie erzeugen - ohne sinnlos Ackerflächen zum Beispiel für Mais-Monokulturen zu verschwenden. Auch Kunstdünger können Bauern durch Einsatz von Kompost einsparen. Außerdem lässt sich durch die getrennte Sammlung des Bioabfalls die Entstehung klimawirksamen Methans auf Mülldeponien vermeiden.

Allerdings wird in den Biotonnen immer wieder Plastikmüll entdeckt, was zu erheblichen Problemen führt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die aktuelle Müllbilanz zeigt jedoch nicht nur positive Entwicklungen. Insgesamt wirft demnach jeder Deutsche im Schnitt 462 Kilogramm Abfall pro Jahr weg. Dazu gehören auch Wertstoffe wie Verpackungen, Papier und Glas sowie Sperrmüll. Insgesamt wurden 38,3 Millionen Tonnen Abfälle bei den Haushalten eingesammelt. Das waren 0,2 Millionen Tonnen mehr als 2016 - am Pro-Kopf-Aufkommen änderte sich wegen der gestiegenen Bevölkerungszahl aber nichts.

Der Sperrmüll insgesamt stieg leicht auf 2,5 Millionen Tonnen an - pro Kopf waren das 30 Kilogramm. Verpackungen, Papier und Glas summierten sich auf 12,2 Millionen Tonnen oder 148 Kilogramm pro Kopf. Den größten Posten macht der Restmüll aus: 13,1 Millionen Tonnen oder 158 Kilogramm pro Einwohner, immerhin ein Kilogramm weniger als im Vorjahr.

koe/dpa
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