Südwesten der USA Diese Dürre ist die schlimmste seit 1200 Jahren

In Teilen der USA ist es seit 22 Jahren zu trocken und zu heiß. Wissenschaftler haben nun ermittelt: So trocken war es seit dem Jahr 800 nicht mehr. Die Klimakrise sei für die »Megadürre« mitverantwortlich.
Der fast leere Stausee San Gabriel Reservoir im US-Bundesstaat Kalifornien im April 2021

Der fast leere Stausee San Gabriel Reservoir im US-Bundesstaat Kalifornien im April 2021

Foto: David McNew / Getty Images

Seit dem Jahr 2000 herrscht in Teilen des Südwestens der USA Dürre. Wasservorräte werden weniger, Ernten vertrocknen, Tiere verdursten, Wälder werden von Bränden zerfressen. Und die Dürre hält an.

Forschern aus den USA zufolge ist diese »Megadürre« damit die schwerste seit 1200 Jahren: Seit dem Jahr 800 habe es keinen Zeitraum mehr gegeben, der vergleichbar trocken gewesen wäre wie die Periode seit der Jahrtausendwende. Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift »Nature Climate Change«  veröffentlicht.

Bislang habe man angenommen, dass es seit mindestens 500 Jahren keine derartige Dürre mehr gegeben hatte, heißt es in der Studie. Doch der extrem trockene Sommer 2021 habe die Bilanz noch einmal verändert.

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Baumringe sind mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens verknüpft

Für ihre Untersuchung hatten die Forscher Baumringe genutzt – in feuchten Jahren sind diese Ringe im Stamm eines Baumes breiter, in trockenen Jahren sind sie dünner. Dann zogen die Wissenschaftler Klimabeobachtungsdaten aus dem vergangenen Jahrhundert heran, um eine Verbindung zwischen der Breite der Baumringe und dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens herzustellen. Diese Relation wandten sie daraufhin als Rechengröße auf Daten von viel älteren Bäumen an. So entstand eine Bilanz zur Bodenfeuchtigkeit über zwölf Jahrhunderte.

Eine einheitliche Definition für eine »Megadürre« gebe es nicht. Verstanden würde darunter im Allgemeinen jedoch eine Dürre, die sowohl schwerwiegend als auch lang anhaltend ist. Eine Megadürre dauere mehrere Jahrzehnte. Während dieser Zeit kann es auch Abschnitte geben, in denen ausreichend Niederschlag fällt. Es gebe nur nicht genügend aufeinanderfolgende feuchte Jahre, um die Dürre zu beenden. Auch im Fall der aktuellen Dürre im US-Westen habe es mehrere feuchte Jahre gegeben. Besonders im Jahr 2005 sei viel Regen gefallen.

Die Klimakrise hat einen Effekt

Dass die Dürre zu jenem Zeitpunkt, also nach fünf Jahren, nicht zu Ende ging, sei zu einem Teil auf die menschengemachten Veränderungen des Klimas zurückzuführen. Das bedeute nicht, dass es diese Dürre nicht auch ohne den Klimawandel gegeben hätte, sagte Park Williams der »New York Times« . Der Klimawissenschaftler an der Universität von Kalifornien hatte die Studie mit durchgeführt. »Aber die Schwere der Dürre wäre nur etwa 60 Prozent von dem gewesen, was sie war«.

Der Klimawandel mache es außerdem wahrscheinlicher, dass die Dürre noch weiter anhalten wird, so die Studie. »Diese Dürre ist mit 22 Jahren immer noch in vollem Gange«, sagte Williams. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sie weiter andauern werde. Mehrere frühere Megadürren aus der 1200-jährigen Aufzeichnung hätten bis zu 30 Jahre gedauert.

vki
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