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15. September 2015, 18:19 Uhr

Sahelzone ergrünt

Das Wüstenwunder

Jahrzehntelang litten die Länder der Sahelzone im Norden Afrikas unter extremen Dürren. Jetzt zeigen Analysen: Fast überall ergrünt die Region.

Die Sahelzone erholt sich vielerorts von den Folgen der jahrzehntelangen Dürreperioden. Dies schließen US-Forscher aus der Langzeitanalyse Hunderter Täler in Senegal, Mali und Niger. Allerdings findet das Team um Armel Kaptué von der South Dakota State University in Brookings deutliche regionale Unterschiede, wie sie im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS") berichten.

Die Sahelzone, die sich zwischen der Sahara und der Feuchtsavanne quer durch das nördliche Afrika erstreckt, gilt als Beispiel dafür, wie Menschen das Vordringen der Wüste bewirken. Die Hungersnöte während der Siebziger- und Achtzigerjahre werden nicht nur auf anhaltende Trockenheit zurückgeführt, sondern auch auf Überweidung, Abholzung und daraus resultierende Bodenerosion.

Seitdem sollten Initiativen etwa mit dem Pflanzen von Bäumen und anderen Pflanzen die Erosion bremsen und die Wasserverdunstung verringern. Der Erfolg dieser Projekte sei jedoch unter Experten umstritten, schreiben die Geowissenschaftler in "PNAS".

Senegal und Mali profitierten besonders

Unter anderem anhand von Satellitenbildern analysierten sie nun die Entwicklung der Pflanzendecke, die Produktion von Biomasse sowie Regenmengen in 260 Talbecken in Senegal, Mali und Niger von 1983 bis 2012. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Vegetationsdecke im Sahel seit den Dürren der Siebziger- und Achtzigerjahren zugenommen hat", bilanzieren die Autoren.

In knapp 83 Prozent des gesamten untersuchten Region entsprach die Zunahme der Pflanzendecke in etwa der Steigerung der Niederschläge seit den Neunzigerjahren. Bei weiteren knapp 17 Prozent wuchs die Pflanzendecke über dieses Maß hinaus. So ergrünte etwa in Teilen von Senegal und Mali die Landschaft nach Regengüssen besonders stark. Dieser positive Trend gehe im eigentlich eher trockenen Norden der beiden Länder vermutlich auf die Wiederaufforstungen zurück.

Nur an wenigen Orten in Mali und Niger fiel die Bilanz negativ aus - etwa in der Umgebung der Hauptstadt von Niger, Niamey. Dort habe sich die Vegetation durch die hohe Bevölkerungszahl nicht erholt, erläutern die Forscher.

Von Walter Willems, dpa/boj

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