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Knochenarbeit in Argentinien: Der Größte der Welt

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Dinosaurier-Rekordfund Die Riesen aus der Sackgasse

In Argentinien haben Forscher die Knochen eines Riesendinosauriers entdeckt. Sie gehen davon aus, dass es sich um die Überreste des größten Landtiers aller Zeiten handelt. Dabei war Gigantismus evolutionär eine Sackgasse.

Es ist ein spektakuläres Bild, das gerade um die Welt geht: Ein Forscher liegt auf staubiger Erde, neben ihm ein Knochen, den er und sein Team freigelegt haben. Der Knochen ist größer als der Mann selbst. Das Bild gibt selbst Laien eine Ahnung davon, wie groß das Tier gewesen sein muss, dessen Überreste in Argentinien gefunden worden sind. Wenn schon der Oberschenkelknochen ein solcher Kaventsmann ist, wie gigantisch war dann erst das ganze Lebewesen?

40 Meter lang, 20 Meter groß, rund 80 Tonnen schwer - diese enormen Maße gibt das Paläontologie-Museum Mef  bekannt. So hoch wie ein mehrstöckiges Haus also, so schwer wie 14 afrikanische Elefanten. Ein Koloss. Oder sogar mehrere. Am Fundort entdeckten die Paläontologen mehr als 200 gut erhaltene Fossilien, sie sollen von sieben erwachsenen Tieren stammen. Der größte Überrest ist der besagte Oberschenkelknochen. "Das ist ein wahrer paläontologischer Schatz", erklärt Grabungsleiter José Luis Carballido. Der neu entdeckte, noch namenlose Dinosaurier ist damit vermutlich das größte Tier, das jemals über die Erde gelaufen ist. Zumindest das größte, von dem man bislang weiß.

Nicht die Größe macht erfolgreich

Dabei kam es schon vor rund 95 Millionen Jahren, als der namenlose Riese lebte, nicht unbedingt auf die Größe an. Im Gegenteil. Erst vor wenigen Tagen ist im Fachblatt "PLoS Biology" eine internationale Studie   erschienen, die große Beachtung fand. Die Forscher hatten sich mit der Frage auseinandergesetzt, warum Dinosaurier ausgestorben sind, ihre nahe Verwandtschaft, die heutigen Vögel, aber nicht. Das Ergebnis: Klein macht erfolgreich. Zumindest in der Evolution.

Kleine Tiere konnten sich besser durchsetzen, erklären die Forscher, sie entwickelten sich ständig weiter und konnten verschiedenste Arten ausbilden. Die Artenvielfalt unter den Minis war schon immer wesentlich größer, während die Giganten im Vergleich dazu unter sich blieben - ab einer bestimmten Größe gibt es nur eine überschaubare Anzahl von Arten. Evolutionstechnisch gesehen ist Riesenhaftigkeit also eher eine Sackgasse.

Die Tiere starben wohl direkt am Fundort

Die Kleinen hingegen konnten sich durchsetzen: Die Arten, von denen unsere heutigen Vögel abstammen, schafften es, sich ständig weiterzuentwickeln. Es entwickelten sich viele unterschiedliche Körperformen, insgesamt wurden die Körper im Laufe der Evolution kleiner und leichter - und damit flexibler und durchsetzungsfähiger. Die Zwerge brauchten weniger zu fressen und konnten sich besser an ihre Umgebung anpassen und überleben, während die Großen einsam in ihrer Nische blieben und leichter aussterben konnten.

Aus einer solchen Nische stammt auch der neu entdeckte Riesensaurier. Das macht seinen Fund natürlich nicht weniger bestaunenswert. Ein Landarbeiter hat die kleine Landschaft aus Knochen bereits 2011 auf einem Feld in Südargentinien entdeckt, seitdem befassten sich Forscher ausführlich mit dem spektakulären Fund, bis sie nun ihre Daten veröffentlicht haben.

Sie vermuten, dass die Tiere direkt am Fundort starben. Die Pflanzenfresser hätten sich möglicherweise während einer Dürre an einem Wasserloch versammelt und seien entweder verdurstet oder im Schlamm stecken geblieben. Fleischfresser wie Tyrannotitan hätten die Tiere angefressen und sich am Panzer einige Zähne ausgebissen.

juh/dpa
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