Dinosaurier Knochenfunde in Brasilien und China

Auf eine neue Dinosaurierart sind Forscher in Brasilien bei der Aufbereitung gefundener Knochen gestoßen. Nie wurde in dem Land ein größerer Dino ausgegraben. Chinesische Forscher hoffen derweil ebenfalls auf einen Rekordfund.

Die Knochenreste bedurften längerer Bearbeitung. Doch nun, da brasilianische Paläontologen aus Kopien der Versteinerungen ein Skelett rekonstruiert haben, erhebt sich ein Gigant vor den Besuchern des Nationalmuseums in Rio de Janeiro. Intuitiv mögen auch Laien es plausibel finden, dass das Tier in die Gruppe der Titanosaurier eingeordnet wurde.

Mit vermutlich dreizehn Metern Länge und rund neun Tonnen Gewicht ist der rund 80 Millionen Jahre alte Pflanzenfresser der größte bislang in Brasilien gefundene Dinosaurier.

Unter den vegetarischen Riesen der Kreidezeit ist die neu entdeckte Spezies Maxakalisaurus topai zwar kein Rekordhalter, doch Wissenschaftler erhoffen sich neue Aufschlüsse von ihnen. Sie vermuten eine enge Verwandtschaft zu einer hochentwickelten Dinosaurierfamilie, den Saltasuarinae. Diese lebte vor rund 70 Millionen Jahren. Bislang haben Forscher ausschließlich im heutigen Argentinien Knochen von ihnen finden können.

Neue Spezies mit hochentwickelter Verwandtschaft

Bereits von 1998 bis 2002 haben Paläontologen um Alexander Kellner vom brasilianischen Nationalmuseum im Bundesstaat Minas Gerais Ausgrabungen durchgeführt, die zum Skelett von Maxakalisaurus führten. Allerdings waren mehrjährige Wiederherstellungsarbeiten nötig, bevor sie das Tier als neue Art kategorisieren konnten.

In der August-Ausgabe des "Brazilian National Museum's Bulletin" haben sie ihre Ergebnisse nun veröffentlicht. Die Paläontologin Kristina Rogers aus Minnesota, die nicht an der Arbeit beteiligt war, hat Kellers Veröffentlichung begutachtet und sprach von einer wichtigen neuen Spezies.

Der Dinosaurier hatte einen massigen Körper mit langem Schwanz und einen relativ kleinen Kopf. An einigen Knochen fanden die Forscher Kratzer von Zähnen. Sie glauben, dass Aasfresser das Tier nach seinem Tod angegangen haben.

Der Name der Spezies verweist auf den Indianerstamm der Maxakali, die im Gebiet des Fundorts leben. Topa heißt eine Gottheit, die der Stamm verehrt. Dinosauriern die Namen von Eingeborenenstämmen zu geben, hat in Brasilien Tradition unter Dino-Findern.

Mutmaßlicher Rekord-Dino in China gefunden

Derweil behaupten chinesische Wissenschaftler, den wahrscheinlich größten je in Asien ausgegrabenen Dinosaurier entdeckt zu haben. Er steckt allerdings noch zum Teil in der Erde. Wie die Forscher am Donnerstag zur Nachrichtenagentur AFP sagten, wird die Länge des Fossils auf etwa 35 Meter geschätzt.

"Bisher haben wir erst den Hals des Dinosauriers freigelegt, doch wenn wir das hochrechnen, ist er 35 Meter lang", sagte Xu Xing vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie in Peking. Nach seinen Worten wurde der Urzeit-Riese im Bezirk Changji in der nordwestlichen Xinjiang-Region gefunden.

Besonders die nördlichen Wüstenregionen Chinas gelten bei Wissenschaftlern als wahre Schatztruhe für Fossilienfunde. Wegen der fehlenden Vegetation werden sie hier einfacher entdeckt. Funde in Brasilien hingegen gelten als höchst selten, da große Teile des Landes von Regenwald bedeckt sind.

stx/AFP/AP/rtr

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