Naturschutzgebiete in den USA Trump ändert Kurs und unterzeichnet Umweltschutzgesetz

Ein neues Gesetz garantiert Naturschutzprojekten und Erholungsgebieten in den USA jährlich fast drei Milliarden US-Dollar. Der Vorstoß ist eine bemerkenswerte Kehrtwende des US-Präsidenten.
Donald Trump: "Ich vermute, seit Teddy Roosevelt hat es so etwas nicht mehr gegeben"

Donald Trump: "Ich vermute, seit Teddy Roosevelt hat es so etwas nicht mehr gegeben"

Foto: JEWEL SAMAD/ AFP

Eigentlich wollte US-Präsident Donald Trump das Geld für den Schutz von amerikanischen Nationalparks kürzen. Doch nun hat er es sich anders überlegt. Am Dienstag unterzeichnete der Republikaner ein Gesetz, das jährlich fast drei Milliarden US-Dollar für Naturschutzprojekte, Erholungsgebiete für US-Bürger und die Pflege von Nationalparks und anderen öffentlichen Gebieten bereitstellt - den Great American Outdoors Act.

"Ich vermute, seit Teddy Roosevelt hat es so etwas nicht mehr gegeben", sagte Trump und verglich sich mit dem 26. Präsidenten der USA, einem bekennenden Umweltschützer, der viele Nationalparks und geschützte Wälder geschaffen hat, in die jedes Jahr Millionen Amerikaner strömen.

Der Great American Outdoors Act garantiert eine dauerhafte Finanzierung des Land- und Wasserschutzfonds (LWCF). Dieser Fond unterstützt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, öffentliche Parks oder Naturschutzgebiete auf dem gesamten Staatsgebiet der USA (eine interaktive Karte dazu finden Sie hier ).

Das neue Gesetz stellt jährlich etwa 900 Millionen US-Dollar für den LWCF und weitere 1,9 Milliarden für Verbesserungen in Nationalparks, Wäldern oder Wildschutzgebieten bereit. Dort sollen zahlreiche dringend benötigte Arbeiten wie etwa Instandsetzungen durchgeführt werden.

Trumps Unterstützer feiern den Great American Outdoors Act als das bedeutendste Naturschutzgesetz seit fast einem halben Jahrhundert. Doch politische Gegner und Umweltschützer glauben, dass das Geld nicht ausreicht, um alle Gebiete ausreichend zu finanzieren.

Trump hatte in den Haushaltsvorschlägen, die er an den Kongress geschickt hatte, zuvor empfohlen, die Mittel drastisch zu kürzen. Im März beantragte er dann jedoch die volle Finanzierung. Innenminister David Bernardt sagte, das Gesetz werde dazu beitragen, mehr als 100.000 Arbeitsplätze zu schaffen.

Beobachter vermuten hinter Trumps Unterstützung des Gesetzes aber mehr ein taktisches Manöver denn wirkliche inhaltliche Überzeugung. Denn der Great American Outdoors Act ist ein wichtiger politischer Sieg für die republikanischen Senatoren Cory Gardner aus Colorado und Steve Daines aus Montana. Sie waren beide Befürworter des Gesetzes und haben Trump in einem Gespräch angeblich zur Zustimmung bewegen können, indem sie ihm ein Bild des Black Canyon of the Gunnison National Parks zeigten.

In Montana und Colorado liegen der Yellowstone-Nationalpark und der Rocky-Mountain-Nationalpark - beides sehr beliebte Regionen, die den Tourismus ankurbeln. Derzeit kämpfen die Senatoren Gardner und Daines um ihre Wiederwahl. Im November, wenn die Amerikaner ihren Präsidenten wählen, stehen auch in ihren Bundesstaaten Wahlen an.

joe/AP

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