Angst vor Donald Trump Klimaforscher in den USA bringen ihre Daten in Sicherheit

Forscher in den USA fürchten die neue Regierung von Donald Trump: Sie wappnen sich für einen Frontalangriff auf ihre Institutionen, bringen ihre Daten in Sicherheit.

Die Überwindung des Aberglaubens bescherte westlichen Zivilisationen entscheidende Fortschritte: Medizinische Forschung verlängerte das Leben der meisten Menschen um Jahrzehnte, Technologie machte das Leben sicherer und bequemer.

Die Erforschung von Ursache und Wirkung minderte die Macht herrschender Klassen und Religionen, denn seit der Aufklärung im 18. Jahrhundert sollen systematische Argumente gelten, keine Ideologien.

In den USA aber könnte sich das ändern.

Der neu gewählte Präsident Donald Trump bringt eine ausdrücklich wissenschaftsfeindliche Elite an die Macht. Klimaforscher sind alarmiert, sie fürchten um ihre Daten.

Die Forscher haben nach eigenen Angaben begonnen, ihre Daten auf andere Server zu kopieren, um sie zu sichern. Auf Twitter und Facebook rufen sie dazu auf, sich zu beteiligen.

An der Universität Toronto haben Forscher das Projekt "Guerrilla-Archivierung"  gestartet, auch auf der Seite "Climate Mirror"  haben sich Wissenschaftler zusammengeschlossen, um die Datensicherung zu organisieren.

"Wäre uns bisher paranoid vorgekommen"

"Was uns bislang paranoid vorgekommen wäre, erscheint nun realistisch", sagte  der Umweltforscher Nick Santos der "Washington Post".

Ein Berater Donald Trumps hatte im "Guardian"  vorgeschlagen, der Nasa, die einen der größten Klimadatensätze der Welt gesammelt hat, Klimaforschung zu untersagen.

Klimadaten werden von vielen in Zweifel gezogen, auch weil politisch motivierte Interpretationen der Daten häufig Misstrauen gesät haben. Allerdings kommen konkurrierende Forschungsinstitute aus aller Welt auf Grundlage unterschiedlicher Datensätze in wesentlichen Fragen zu ähnlichen Ergebnissen hinsichtlich des Klimawandels.

Trump, der die anerkannte Theorie vom anthropogenen Klimawandel als Schwindel bezeichnet hat, befördert Politiker und Unternehmer mit ähnlicher Haltung auf Ministerposten.

"Wir werden keine Namen weitergeben"

Die Umweltbehörde EPA soll Scott Pruitt leiten, der sich selbst als Gegner des EPA bezeichnet hat; er hat das Ministerium mehrfach verklagt. Pruitt hat angekündigt, den Clean Power Plan weiterhin zu bekämpfen, der die Treibhausgasemissionen der USA beschränken soll. Zu dem Ziel hatte sich das Land im Welt-Klimavertrag verpflichtet.

Am Mittwoch wurde bekannt, das Trump als Energieminister Rick Perry berufen möchte, einen ausdrücklichen Gegner von Klimaschutzmaßnahmen.

Trumps Regierungsgruppe, das sogenannte Transition Team, hat 74 Fragen an das Energieministerium geschickt, die sich nicht nur ums Fachliche drehen. Gefragt wird nach Mitarbeitern, die sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigt haben. Das Ministerium stellt sich quer. "Wir werden keine Namen weitergeben", erklärte  ein Sprecher in der "Washington Post".

Die Zeitung zitiert Politiker der Demokraten, die sich alarmiert äußern. Sie erkennen eine Taktik zur Einschüchterung der Mitarbeiter. Die Botschaft sei, sagt einer: "Ignoriere die Wissenschaft, oder wir verfolgen dich."