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Dürre in Deutschland: 50 Zentimeter Staub

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Dürre In Deutschland ist es so trocken wie seit 50 Jahren nicht

Schön warm in Deutschland? Das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere heißt: In vielen Regionen ist es viel zu trocken. Fluss-Pegel sind extrem niedrig, Pflanzen verdorren auf den Feldern. Tagelang müsste es regnen, um die Dürre auszugleichen.

Die große Hitze und ausbleibender Regen haben in manchen Teilen Deutschlands eine starke Dürre verursacht. "In Südhessen, Teilen von Nordbayern, Sachsen bis ins südliche Brandenburg ist der Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht", twitterte der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Völlig ausgetrocknet seien die obersten 30 bis 60 Zentimeter des Erdreichs in den betroffenen Regionen, sagte Udo Busch, Leiter der DWD-Agrarmeteorologie. Dies schade allen Pflanzen, die kürzere Wurzeln haben. So ist der Mais vielerorts zu klein gewachsen.

Und wo er groß und grün ist, wird der Mais meist schon ab März künstlich beregnet, um den hohen Bedarf für Futtermittel und die Verwertung in Biogasanlagen zu decken. Das starke künstliche Wachstum und das damit verbundene Düngen wiederum belasten das Grundwasser.


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Auch die Schifffahrt muss sich auf die Trockenheit einstellen: In Teilen Bayerns fahren einige Schiffe mit weniger Ladung, um ihren Tiefgang dem geringen Wasserpegel anzupassen. Bei Frankfurt an der Oder liegt der Schiffsverkehr seit Wochen vollständig lahm (siehe Fotostrecke).

Um das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate auszugleichen, müsste es laut Busch etliche Tage fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter regnen. Kurze Gewittergüsse seien nicht hilfreich.

Laut DWD wird die Dürre in diesem Jahr aber keine bleibenden Schäden hinterlassen. Die Wasservorräte im Boden würden immer im Winter aufgefüllt, und davon sei auch in diesem Jahr auszugehen.

In Spanien wird das Olivenöl knapp

Auch die Spanier kämpfen mit der Trockenheit. Ausgerechnet das größte Olivenöl-Exportland muss wegen Ernteausfällen Olivenöl importieren. Die Monate April und Mai seien sehr heiß gewesen, was die Blüte beeinträchtigt habe, sagte der Generalsekretär des spanischen Verbands der Olivenöl-Produzenten, Enrique Delgado. Deswegen falle ein Teil der Ernte aus.

Wegen der derzeitigen Hitze in Südspanien verschärfe sich die Lage weiter: "Die Oliven sind leichter und ergeben weniger Öl." Insgesamt müssten dieses Jahr wahrscheinlich 170.000 Tonnen Olivenöl importiert werden.

Delgados Angaben zufolge wird Spanien 2015 1,1 Millionen bis 1,2 Millionen Tonnen Olivenöl herstellen. Das wäre ein Rückgang um rund ein Drittel im Vergleich zu 2014. "Aber wenn es nicht bald regnet, liegen wir am Ende vielleicht nur bei 850.000 Tonnen." Damit würde der Ertrag weniger als halb so groß ausfallen wie im Vorjahr.

Um den Produktionsrückgang auszugleichen, importiert Spanien Olivenöl vor allem aus Tunesien. Das Öl wird dann wiederum von Spanien aus in Staaten außerhalb der EU, in erster Linie Schwellenländer, exportiert. So will das Land seinen Marktanteil halten. Spanien liefert rund 45 Prozent des weltweit verbrauchten Olivenöls und ist damit die Nummer eins vor Italien.

Auch Italiens Olivenöl-Hersteller haben derzeit mit Problemen zu kämpfen - ein Bakterium schädigt die Olivenbäume. Zudem kämpfen neben Spanien weitere Mittelmeer-Anrainer mit Hitze und Trockenheit. Delgado zeigte sich dennoch überzeugt, dass die Produktion insgesamt ausreichen werde, um den weltweiten Bedarf zu decken. Auch seien die Preise bislang nicht allzu stark gestiegen.

jme/dpa/AFP
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